Sven Wilhelmy, Rechtsanwalt

200.000 EUR Schmerzensgeld für ein Frontalhirnsyndrom

Das Oberlandesgericht Köln hat sich in einem Urteil vom 13.04.2016 (Az. 5 U 107/15) zur Schmerzensgeldbemessung bei einem Frontalhirnsyndrom geäußert.
Geklagt hatte ein 42-jähriger Mann, der seit Jahren Probleme mit der Nasenatmung hatte und an einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung litt.

Er folgte der Empfehlung des behandelnden HNO-Arztes und entschied sich zu einer operativen Begradigung der Nasenscheidenwand. Nach der Operation kam es zu einer Einblutung im Gehirn, verursacht von einer Verletzung der Schädelbasis. Als Folge dieser Einblutung erlitt der Kläger einen vollständigen Verlust des Orientierungsvermögens, der Konzentrationsfähigkeit, des Antriebs, der Entschlussfähigkeit, der Libido, des Geschmacksinns und der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Dies führte zu einer nachhaltigen Veränderung der Persönlichkeit und zu vollständiger Erwerbsunfähigkeit. Weiterlesen

Melanie Mathis, Rechtsanwältin

Warum man lieber nicht zu viel Glühwein 🍷 trinken sollte…

Am Wochenende beginnen die Weihnachtsmärkte und da trinkt der ein oder andere gerne auch einmal 1, 2, 3… Glühweinchen. Vorbildliche Verkehrsteilnehmer lassen dann ihr Auto stehen und gehen zu Fuß nach Hause. Doch was ist, wenn Sie in dieser Situation von einem PKW angefahren werden?
Weiterlesen

Rechtsanwältin Laura Quirmbach, Fachanwältin für Medizinrecht

Zulässigkeit der Feststellungsklage auch bei schon bezifferbaren Schadenspositionen

Der BGH hat nochmals festgestellt, dass keine allgemeine Subsidiarität der Feststellungsklage gegenüber der Leistungsklage besteht und mit Urteil vom 19.04.2016 (VI ZR 506/14) wie folgt entschieden:

„Der Kläger ist nicht gehalten, seine Klage in eine Leistungs- und in eine Feststellungsklage aufzuspalten, wenn bei Klageerhebung ein Teil des Schadens schon entstanden, die Entstehung weiteren Schadens aber noch zu erwarten ist. Einzelne bei Klageerhebung bereits entstandene Schadenspositionen stellen lediglich einen Schadensteil in diesem Sinne dar.“ Weiterlesen

Rechtsanwältin Irem Scholz, Fachanwältin für Medizinrecht

Schmerzensgeldbeträge und Schadensersatz bei Geburtsschäden

Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 17.3.2015 (Az. 26 U 108/13) einem aufgrund einer verspäteten Einleitung eines Notkaiserschnitts schwerstbehinderten Kind ein Schmerzensgeld in Höhe von 300.000,00 € zugesprochen.

Bei dem Kind kam es infolge einer schwerwiegenden Verzögerung der Notfallmaßnahme zu einem massiven Sauerstoffmangel, der mindestens 29 Minuten dauerte und schwerste Hirnschäden und damit sowohl geistige als auch körperliche Behinderungen verursachte.
Das Vorgericht, das Landgericht Bielefeld, hatte nur ein Schmerzensgeld von 190.000,00 € für angemessen erachtet. Das OLG Hamm begründete sein deutlich höheres Schmerzensgeld zurecht mit den gravierenden Schäden, die die Klägerin infolge des Sauerstoffmangels erlitten hat. Weiterlesen

Rechtsanwältin, Irem Scholz, Fachanwältin für Medizinrecht

Die private Unfallversicherung: Das am besten gehütete Geheimnis

Wissen Sie exakt, welche Versicherungen Sie abgeschlossen haben? Und wissen Sie auf Anhieb, ob Sie eine private Unfallversicherung haben? Mich würde es nicht überraschen, wenn Sie spontan „Nein“ sagen.

Meine Erfahrung ist, dass zahlreiche Unfallgeschädigte gar nicht wissen, dass sie über einen privaten Unfallversicherungsschutz verfügen.
Manchmal ist die Unfallversicherung Teil eines ganzen Versicherungspakets, das man bei einem Versicherungsunternehmen abgeschlossen hat. Der Unfallversicherungsvertrag geht dann nicht selten neben der Hausrat-, Gebäude- und Haftpflichtversicherung unter. Weiterlesen