Schmerzensgeld ➤ wie hoch ist ihr Schmerzensgeldanspruch?
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Schmerzensgeld nach einem Unfall oder Behandlungsfehler

Wieviel Schmerzensgeld steht Ihnen zu? Welchen Anspruch haben Sie?

Nach einem schweren Unfall oder einem Behandlungsfehler haben Sie nicht nur Anspruch auf Schadensersatz, sondern auch auf Schmerzensgeld. Schmerzensgeld ist die Entschädigung für verlorene Lebensqualität und Lebensfreude, die sogenannten immateriellen Schäden. Es soll zum einen einen finanziellen Ausgleich für die erlittenen Schäden und das erlittenen Unrecht bieten. Gleichzeitig hat das Schmerzensgeld auch eine Genugtuungsfunktion, d.h. es soll als eine „Sühnefunktion“ das Rechtsempfinden des Geschädigten wiederherstellen.

„Die Haftpflichtversicherungen sind verpflichtet, die Schadensregulierung von sich aus zu fördern und angemessene Abschlagszahlungen zu leisten, sobald ihre Einstandspflicht bei verständig-lebensnaher, objektiver Betrachtungsweise erkennbar wird.“ (OLG Karlsruhe 1972)

Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfall oder Behandlungsfehler

Wieviel Schmerzensgeld steht mir zu?

Die Höhe des Schmerzensgeldes nach einem Behandlungsfehler oder Unfall hängt immer ab vom Einzelfall – vom individuellen Ausmaß der Verletzungen und den individuellen Folgen. Für einen Mandanten, der nach einem Überfall schwerste Schädelverletzungen erlitt und viel zu spät behandelt wurde, haben wir z.B. 400.000 Euro Schmerzensgeld erstritten. Einem Mandanten, der bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall schwere Verletzungen erlitt und seither erwerbsunfähig ist, wurden 250.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Ein jugendlicher Mandant, der auf dem Weg zur Schule von einem Lastwagen überrollt wurde und u.a. schwere Trümmerbrüche an Becken und am Oberschenkel erlitt, erhielt 100.000 Euro Schmerzensgeld.

Die wichtigsten Faktoren für die Berechnung des Schmerzensgeldes sind

  • die Schwere der Verletzung
  • die Dauer der Behandlung und des stationären Klinikaufenthalts
  • die Intensität der Schmerzen (zum Beispiel bei Verbrennungen)
  • das Alter des Verletzen
  • in ganz besonderem Maße die weiteren Folgen (von dauerhaften körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zu psychischen Problemen wie Depressionen).

Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit eine sogenannte „M.d.E.“ (Minderung der Erwerbsfähigkeit) vorliegt.

Schmerzensgeld verbessert die Lebensqualität

Zwar bringt kein noch so hohes Schmerzensgeld die Gesundheit zurück, doch es verbessert die wirtschaftliche Situation des Geschädigten meist erheblich. Und es ist wissenschaftlich nachgewiesen und auch leicht nachvollziehbar, dass finanzielle Sicherheit ganz entscheidend zur Genesung beiträgt. Zudem bietet ein hoher Schmerzensgeldbetrag zumindest teilweise die Chance auf ein Stück mehr an Lebensqualität und Lebensfreude. Das bestätigen uns auch die vielen Rückmeldungen der Mandanten, die wir erfolgreich vertreten haben:

„Mit dem Schmerzensgeld kann ich nun beruhigt in die Zukunft schauen, sollte ich irgendwann aufgrund meiner Unfallfolgen nicht mehr arbeiten können (was ich nicht hoffe)…“

„Denn durch Sie, Herr Quirmbach, hat meine Mutter wenigstens im Moment keine finanziellen Sorgen, auch wenn das Geld an der Gesundheit nichts ändert, aber es beruhigt wenigsten ein wenig.“

„Wir hatten die vage Aussicht auf eine kleine 4-stellige Summe Schmerzensgeld. Heute können wir einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft schauen und mit einer für uns unvorstellbaren 6-stelligen Summe wirtschaften.“

Einmalzahlung, Schmerzensgeldrente, taggenaues Schmerzensgeld

Nach gängiger Rechtsprechung wird ein Kapitalbetrag, also eine Einmalzahlung des Schmerzensgeldes, oder aber eine monatliche Schmerzensgeldrente geleistet. Zurzeit ist in der Rechtsprechung der Land- und Oberlandesgerichte allerdings auch die Tendenz erkennbar, taggenaue Schmerzensgelder auszuurteilen. Weitere Informationen zu den taggenauen Schmerzensgeldern finden Sie hier: » Taggenaues Schmerzensgeld: Wieviel € pro Tag sind Verletzungen wert?

Grundsätzlich gilt: Je stärker die Beeinträchtigung, umso mehr Schmerzensgeld wird gezahlt. Wir erleben leider häufig, dass gegnerische Versicherungen gerade bei hohen Beträgen die versuchen, die Schmerzensgeldzahlung zu verzögern. Ein solches Verhalten wirkt sich in der Regel schmerzensgelderhöhend aus. Auch die fehlende Einsicht des Schadensverursachers kann sich schmerzensgelderhöhend auswirken.

Ausführlichere Informationen dazu finden Sie in diesem Beitrag: » Schmerzensgeld – Entwicklung der Rechtsprechung

Schmerzensgeld

Unsere auf Schmerzensgeld spezialisierten Anwälte verfügen sowohl über die juristischen als auch die medizinischen und psychologischen Kenntnisse, um die einzelnen Puzzlesteine eines Falles zu einem Gesamtbild zusammenzufügen und das für den Mandanten optimale Ergebnis zu erreichen.

Sie haben Anspruch auf Schmerzensgeld und suchen juristischen Rat?

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Unsere ausführliche Ersteinschätzung ist für Sie zu 100% kostenlos.

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Schmerzensgeld als Ausgleichsfunktion

Um Schmerzensgeld zu erhalten, muss der Geschädigte beweisen, dass der Schädiger die Verletzung verschuldet hat. Außerdem muss er nachweisen, dass die Verletzung die Folge des Schadensereignisses ist. Um diese Nachweise zu führen, ist eine ausführliche Dokumentation notwendig. Lassen Sie sich daher von einem spezialisierten Anwalt beraten. Er weiß, worauf es ankommt, was zu beachten ist.

Sobald die Haftung feststeht und die Schadenshöhe überschaubar ist, ist die Haftpflichtversicherung der Gegenseite verpflichtet, erste Abschlagszahlungen auf das Schmerzensgeld leisten. Denn – so auch die Rechtsprechung – nur dann kann das Schmerzensgeld seine Funktion am besten erfüllen. Der Geschädigte soll spüren, dass er nicht allein gelassen wird. Zudem trägt eine entspannte und gesicherte finanzielle Situation sehr viel zur Genesung und zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation bei.
Übrigens: Wird der Anspruch auf Schmerzensgeld nachgewiesen und auch durchgesetzt, werden sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten von der Gegenseite getragen

Weitere Schadensersatzansprüche geltend machen

Nach einem Personenschaden haben Sie nicht nur Anspruch auf Schmerzensgeld. Es gibt darüber hinaus weitere Schadenersatzansprüche, die häufig nicht berücksichtigt werden: Zu den Schadenspositionen gehören u.a. Pflege- und Betreuungskosten, der Haushaltsführungsschaden, der Verdienstausfall und die vermehrten Bedürfnisse – nicht selten machen diese Schadenersatzansprüche einen sehr hohen Betrag aus, vor allem dann, wenn ein Dauerschaden eingetreten ist und z.B. der Verdienstausfall bis zum Rentenalter und Haushaltsführungsschaden oder Betreuungskosten lebenslang gezahlt werden müssen.
Je schwerwiegender die gesundheitlichen Folgen sind, umso wichtiger ist es, sich an einen Spezialisten im Bereich Personengroßschäden zu wenden. Das erhöht die Erfolgschancen deutlich, zumal einige Versicherer selbst in vermeintlich eindeutigen Fällen die Schadensregulierung verweigern oder massiv verzögern. Wer auf eigene Faust versucht, zu seinem Recht zu kommen, steht in der Regel auf verlorenem Posten und wird bei der Regulierung der Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche extrem benachteiligt.

Wie sinnvoll sind Schmerzensgeldtabellen?

Da die Höhe des Schmerzensgeldes sich stets am Einzelfall orientiert, gibt es keine allgemeingültige Schmerzensgeldtabelle. Dennoch gelten einige Tabellen als Standardwerke wie z.B. die ADAC-Schmerzensgeldtabelle oder die Beck’sche Schmerzensgeldtabelle.

Diese Tabellenwerke bieten jedoch nur eine Einschätzung des Rahmens, in dem sich die Schmerzensgeldforderungen bewegen können. Der konkrete Schmerzensgeldbetrag, der letztendlich gerichtlich festgelegt wird, liegt immer im Ermessen der zuständigen Behörde bzw. des zuständigen Richters.

Wir sind der Meinung, dass die Schmerzensgeldtabellen kein geeignetes Mittel sind, um die Ansprüche korrekt zu beziffern. Zum einen sind die  Auswahlkriterien für die Aufnahme einer Schmerzensgeld-Entscheidung in diese Tabellen willkürlich. Sie haben weder einen wissenschaftlichen Hintergrund noch eine statistische Grundlage. Außerdem werden all die Schmerzensgeldbeträge, die außergerichtlich ausgehandelt wurden,  in den Schmerzensgeldtabellen nicht berücksichtigt.

Schmerzensgeldtabellen - ein Video
schmerzensgeldtabellen

Schmerzensgeldtabellen als Orientierungshilfe

Der Anspruch auf Schmerzensgeld wird in den Tabellen nach unserer Erfahrung in den seltensten Fällen wirklich korrekt dargestellt. Was ist ein angemessener Betrag für jemanden, der nach einem Unfall querschnittgelähmt im Rollstuhl sitzt oder im Wachkoma liegt? Oder der nach einer fehlerhaften Behandlung mit schwersten gesundheitlichen Folgeschäden leben muss? Für solche Schicksalsschläge kann kein Schmerzensgeldbetrag „angemessen“ sein. Auch die Rechtsprechung vertritt inzwischen mehr und mehr die Auffassung, dass Schmerzensgeldtabellen allenfalls eine erste Orientierungshilfe sein können.

Um Ihnen dennoch einen ersten kleinen Überblick über die mögliche Höhe von Schmerzensgeldern zu geben, haben wir hier beispielhaft eine kleine Auswahl von Schmerzensgeldentscheidungen für Schadensfälle aus Unfällen und Behandlungsfehlern zusammengestellt.

Schmerzensgelder für Behandlungsfehler

100%ige Behinderung des Säuglings Babys durch Geburtsschaden700.000 Euro (OLG Frankfurt 2014)
Schwere Gehirnschädigung eines fünfjährigen Kindes 500.000 EUR (OLG Hamm 2003)
Schwere Behinderung eines Kindes aufgrund nicht rechtzeitig behandelten Wasserkopfs250.000 Euro (LG Aurich 2005)
Zu spät erkannter Bandscheibenvorfall und fehlerhafte Behandlung180.000 Euro (OLG Koblenz 2009)
Zweijähriges Kind erleidet schwere Hirnschädigung nach Behandlungsfehler700.000 EUR (LG Aachen 2011)
Gravierende körperliche und geistige Behinderung eines Kindes durch Geburtsschaden300.000 EUR (OLG Hamm 2015)
Querschnittslähmung eines zwölfjährigen nach misslungener HWS-Operation400.000 Euro (LG Regensburg, 2015)
Verletzung des Rückenmarks einer 55-jährigen Patientin während Operation250.000 EUR (LG Münster 2018)

Schmerzensgelder für Unfälle

Schädel-Hirn-Trauma mit Dauerschäden75.000 Euro (OLG Hamm 2001)
Schweres Schädel-Hirn-Trauma, appallisches Syndrom, 6 Monate Wachkoma 60.000 Euro (OLG Naumburg 2015)
Schädel-Hirn-Trauma, Brustkorbprellung, Bruch des Unterschenkels 430.000 EUR (LG Hamburg 2011)
Distale Unterschenkel­amputation aufgrund schwerer Fußverletzung 45.000 Euro (OLG Nürnberg, 2013)
Riss von Leber und Gallenblase200.000 Euro (OLG Coburg 2005)
Schweres Schleudertrauma und Wachkoma nach grob fahrlässigem Autounfall 500.000 Euro (OLG Oldenburg 2014)
Polytrauma, zahlreiche lebensgefährliche Verletzungen250.000 Euro (OLG Karlsruhe 2013)
Schwere Verbrennungen eines einjährigen Kindes während Grillfeier75.000 EUR (LG Coburg 2003)

Können Schmerzensgeldansprüche verjähren?

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld verjährt nach drei Jahren (§ 195 BGB). Die Verjährungsfrist beginnt am 1. Januar des Folgejahres zu laufen, in dem sich der Schadensfall ereignet hat. Voraussetzung ist, dass der Geschädigte Kenntnis hat sowohl von der, seinen Anspruch begründenden Schädigung, als auch von der Person des Schädigers (§ 199 BGB).

Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie im Jahr 2017 einen Verkehrsunfall hatten und Schmerzensgeldansprüche daraus geltend machen, beginnt die Verjährungsfrist mit dem 1.1.2016 zu laufen. Sie endet mit Ablauf des 31.12.2020.

Wenn der Schadensfall und die Kenntnisnahme nicht im gleichen Jahr liegen, beginnt die Verjährungsfrist erst zum Ende des Jahres zu laufen, in dem man Kenntnis über den Schädiger oder den Schaden erlangt hat.

Betroffene sollten also auf keinen Fall den Stichtag 31.12. verpassen. Sie sollten auf keinen Fall zu lange warten, bis Se aktiv werden und Schmerzensgeld und Schadensersatz einfordern. Grundsätzlich ist ein spezialisierter Rechtsanwalt hier immer der richtige Ansprechpartner.

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