Rollstuhl

Das Leben neu ordnen – eine Mutmachgeschichte

Wer nach einem Unfall oder einem Behandlungsfehler mit schweren Behinderungen weiterleben muss, der muss sich irgendwann die Frage stellen: Wie gehe ich damit um, dass mein Leben sich so komplett verändert hat und eine völlig andere, nicht gewünschte Richtung nimmt?
Wir erleben immer wieder, wie Mandanten trotz ihrer Behinderung ihr Leben aktiv neu ordnen und mit allen Mitteln versuchen, das neue Leben in den Griff zu bekommen. Sie gehen mutig mit ihrem Schicksal um und entwickeln einen neuen Lebensstil, der es ihnen ermöglicht, sich in den veränderten Lebensumständen einzurichten.

Leben im RollstuhlEin gutes Beispiel dafür ist unser Mandant Kevin S. Kevin erlitt bei einem Verkehrsunfall schwere Halswirbelsäulenverletzungen, die zu einer Querschnittlähmung mit schwersten Beeinträchtigungen führten. Er kann die Finger nicht mehr bewegen, die Arme nur wenig und mit großer Mühe, Darm- und Blasenfunktion sind verlorengegangen. Kevin benötigt intensivste Pflege und Betreuung.

Und doch: Bereits nach einem halben Jahr hatte er das schlimmste psychische Trauma überwunden und begann, sich um einen Ausbildungsplatz zu kümmern. Auch wollte er unbedingt selbst ein Auto fahren.

Es ist ihm gelungen, einen Ausbildungsplatz als Bauzeichner zu erhalten. Und er fährt ein Auto, das für seine Bedürfnisse behindertengerecht umgebaut wurde. Obwohl er unter schweren Schmerzen leidet und auf stärkste Schmerzmedikation angewiesen ist, hält ihn sein eiserner Wille aufrecht. Er verzweifelt nicht, er kämpft um seinen Platz in der Gesellschaft. Obwohl ihn viele Freunde verlassen haben, ist er nicht sozial isoliert. Seine Freundin hat zu ihm gestanden und gibt ihm einen großen Halt ebenso wie sein neues soziales Umfeld. Seine Mutter hat die Pflege übernommen und macht einen unglaublichen Job – es ist eine 24-Stunden-Pflege erforderlich. Mutter und Sohn haben sich sehr gut arrangiert und es besteht ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis zwischen beiden.

Wir wünschen Kevin von Herzen, dass er seine Energie und seinen Lebensmut behält und diesen Weg weitergeht, dass er seine Ausbildung beenden und ein zufriedenes Leben führen kann.

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