Auf den Fachmessen für Rehabilitation, auf denen wir regelmäßig ausstellen, haben wir immer auch offene Augen und Ohren für Hilfsmittel und Therapiemöglichkeiten, die wir unseren Mandanten empfehlen können. Dazu gehören u.a. auch Assistenz- und Therapiehunde, die für Menschen mit Behinderung zu einem wichtigen Begleiter werden und Ihnen zu mehr Unabhängigkeit und sozialer Integration verhelfen können.

Rechtsanwältin und Partnerin Melanie Mathis möchte dazu einen Beitrag leisten. Kurz entschlossen hat sie im vergangenen Jahr den kleinen Mogli für ein Jahr adoptiert. Sie begleitet in dieser Zeit seine Ausbildung zum Assistenzhund, genauer gesagt zum Autismushund für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Damit er ein wirklich guter Autismushund wird, muss er in den nächsten Wochen und Monaten sehr viel lernen.

Autismus- Spektrum-Störung

Die Autismus-Spektrum-Störung  gehört zu den Entwicklungsstörungen. Sie ist u.a. gekennzeichnet durch eine gestörte soziale Interaktion, Beeinträchtigungen in Kommunikation und Sprache und wiederholte, stereotype Verhaltensweisen und Interessen. Ausprägung und Symptome der Erkrankung sind sehr vielfältig, wobei die Schwierigkeiten im Alltag von jedem Autisten anders erlebt werden. Das kann von leichten Problemen wie Schüchternheit bis hin zu geistiger Behinderung reichen. Dennoch verfügen viele Autisten über einen hohen Intelligenzquotienten und einige wenige sind  überdurchschnittlich begabt.

Warum ein Autismushund?

Internationale Studien bestätigen die positiven Auswirkungen, die der Einsatz eines speziell ausgebildeten Autismushunds auf autistische Kinder hat. Die Familien, die an der Studie teilnahmen, berichteten einhellig von deutlichen positiven Veränderungen bei ihren Kindern: Soziale, kognitive und motorische Fähigkeiten verbesserten sich. Die soziale Interaktion innerhalb der Familie und die Kontaktaufnahme mit fremden Menschen veränderte sich zum Positiven. War der Autismushund in der Nähe, verbesserte das auch die Sicherheit der Kinder im Haus und in der Öffentlichkeit.

Ein Assistenzhund hat in der Regel nur eine Bezugsperson. Der Autismushund dagegen arbeitet mit mehreren Bezugspersonen. Er befindet sich sozusagen in einem Dreigespann mit dem autistischen Kind und dessen Eltern. Der Hund lernt, den Menschen zu verstehen und der Mensch erlernt die „Hundesprache“ – eine Beziehung, die geprägt ist von einem Geben und Nehmen.

Damit eine partnerschaftliche Beziehung zustande kommt, müssen Kind und Eltern lernen, die Beziehung zwischen Mensch und Hund nicht nur aus der Perspektive des Menschen, sondern auch aus der Perspektive des Hundes zu sehen. Durch diesen beziehungsorientierten Umgang mit dem Hund lernt das autistische Kind, seine sozialen und kognitiven Fähigkeiten zu verbessern und Bindung zuzulassen.

Dabei hilft der Hund nicht nur dem autistischen Kind, sondern auch den Eltern. Das Leben der gesamten Familie verbessert sich. Für die meisten Eltern bedeutet die Anwesenheit eines Autismushunds, dass sie sich weniger Sorgen um ihr Kind machen müssen. Sorgen, die wir ihnen gerne nehmen.

Melanie Mathis, Partnerin, Fachanwältin für Verkehrsrecht