Rechtsanwalt Helmut Gräfenstein

Versicherer bestreiten verzögerte Entschädigung von Großschäden

„Verweigern Versicherer systematisch die Entschädigung?“ So betitelt die Online-Ausgabe der Zeitschrift „Versicherungswirtschaft“ einen am 12.01.2016 veröffentlichten Artikel.

Hintergrund ist eine Veröffentlichung der Stiftung Warentest vom 11.01.2016 mit dem Titel „Entschädigung: Wie Unfallopfer kämpfen – und Versicherer dagegen halten“

Reflexartig kommt von dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) der Hinweis, dass es „bei der Schadensregulierung keine Probleme“ gibt. „Über 99 % der Fälle im Schaden-, Unfallbereich werden reibungslos reguliert“, so Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des GDV.

Diese Aussage ist jedoch absolut irreführend, denn hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Es mag durchaus sein, dass 99 % aller Kraftfahrtschäden problemlos reguliert werden. Es handelt sich hier allerdings fast ausschließlich um kleinere Kfz-Schäden, insbesondere Blechschäden, bei denen die Schadensregulierung in der Tat schnell und weitgehend reibungslos verläuft.

Was aber fehlt und was äußerst interessant wäre, das ist eine Statistik, die sich ausschließlich mit der Auswertung der Regulierung von schweren und schwersten Personenschäden befasst. Das Bild sähe mit Sicherheit völlig anders aus. Eine Quote von 99 % problemlos regulierter Schäden würde nicht einmal ansatzweise erreicht werden.

Noch schlimmer sieht es im Bereich der Arzthaftpflicht aus. Denn hier gibt es so gut wie keinen Fall, in dem nicht nur monate-, sondern häufig jahrelang gestritten werden muss.

Im Anwaltsbüro Quirmbach und Partner ist die Auseinandersetzung mit zahlungsunwilligen Versicherern fast tägliche Praxis. Leidtragende sind immer die Geschädigten. Daher ist es sehr zu wünschen, dass die Justiz für eine zügige, vollständige Schadensregulierung sorgt und gegen säumige Versicherer durchgreift.

Rechtsanwalt Helmut Gräfenstein

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