Unfallversicherung

Immer wieder werde ich im Bekanntenkreis bei Gesprächen über das Thema Unfallversicherung mit der Äußerung konfrontiert, diese trete ja gar nicht ein, wenn ein Unfall selbst verursacht wurde. Das ist in der Tat ein weit verbreitetes Missverständnis und ein Grund dafür, dass viele, auch schwere Unfälle der Versicherung gar nicht erst gemeldet werden.

Unfall: Ein plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis

Grundsätzlich gilt: Die Unfallversicherung tritt immer dann ein, wenn ein „plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis“ Ursache für den Schaden ist – so die Definition für einen Unfall. Stürzt z.B. jemand ohne einen erkennbaren Grund oder aufgrund eines Krampfes, ist das – jedenfalls nach Ansicht der Versicherer – nicht unbedingt ein Unfall, weil das Ereignis, das zum Sturz geführt hat, nicht „von außen kommt“.

Stolpert der Versicherte jedoch über ein Hindernis – z. B. eine Baumwurzel – ist das ein von außen kommendes Ereignis und damit ein Unfall. Dasselbe gilt, wenn jemand – auch wenn es aus Unachtsamkeit passiert – bei Glatteis, auf rutschigen Geh- oder Waldwegen oder auf dem nassen Küchenboden ausrutscht und sich dabei verletzt. Ein weiteres Beispiel ist ein Sturz beim Skilaufen, wenn er durch ein Hindernis, z.B. ein vereiste Fläche verursacht wurde.

Unfall immer der Versicherung melden

Ein Unfall sollte grundsätzlich immer der Unfallversicherung gemeldet werden. Ob der Unfall aufgrund eigener Unachtsamkeit oder aus anderen Gründen passiert ist, ist dabei völlig unerheblich. Um sich Rückfragen der Versicherung zu ersparen, sollte bei der Schadensmeldung immer auch der Grund des Unfalls genannt werden.

Fazit: Die Unfallversicherung zahlt auch dann, wenn der Unfall durch eigenes Verschulden verursacht wurde.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt