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Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes

Wer für einen erlittenen Gesundheitsschaden Schmerzensgeld fordert, muss den sogenannten „Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes“ beachten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil vom 10. Juli 2018 (Az: VI ZR 259/15) noch einmal bestätigt. Dieser Grundsatz besagt, dass die Betrachtung des Schmerzensgelds ganzheitlich erfolgen muss, bei der Bemessung der Höhe also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berücksichtigt werden müssen.

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Diagnose Querschnittslähmung

Schadensregulierung und Schadensmanagement aus anwaltlicher Sicht

Nach einem Verkehrsunfall, insbesondere einem Motorradunfall lautet die Diagnose oftmals Querschnittslähmung. Auch Bade- oder Ski-Unfälle können solch eine schwerwiegende Verletzung zur Folge haben, ebenso wir eine fehlerhafte ärztliche Behandlung, z.B. eine misslungene Operation.

Was eine Querschnittslähmung für den Betroffenen und sein direktes Umfeld bedeutet, kann ein Außenstehender kaum nachvollziehen.
Innerhalb von Sekunden ändert sich einfach alles mit einer kaum vorstellbaren Intensität. Das Leben wird in seinen Grundfesten erschüttert. Lebensentwürfe, Zukunftsträume und -perspektiven – all das ist zunächst einmal Makulatur. Weiterlesen

Kopfverletzungen nach einem Verkehrsunfall

Ein schwerer Verkehrsunfall geht nicht selten auch mit einer Kopfverletzung einher. Die Schwere der Kopfverletzung kann entscheidenden Einfluss auf die Schadensregulierung haben. Daher ist es wichtig, dass sowohl die Verletzung selbst, als auch die daraus resultierenden Folgen konkret festgestellt werden.

Diagnose: schweres Schädelhirntrauma III. Grades

Lautet die Diagnose „schweres Schädelhirntrauma III. Grades“, sind die Folgen für den Geschädigten in der Regel massiv. Die Lebensumstände ändern sich vollständig: Plötzlich kann man den Alltag ohne die ununterbrochene Betreuung und Unterstützung Dritter nicht mehr meistern. Handlungsabläufe, die früher selbstverständlich waren, werden plötzlich nicht mehr erinnert. Aufgrund von Einbußen der Gedächtnisleistung können sie auch nicht mehr neu gelernt und manchmal nicht einmal mehr nachvollzogen werden. Der Geschädigte ist sich dabei seiner Einschränkungen häufig vollkommen bewusst. In Gesellschaft fühlt er sich unsicher, da er, wenn er keine weiteren Verletzungen erlitten hat, körperlich gesund aussieht und sein Verhalten von Menschen, die ihn nicht kennen, nicht verstanden werden kann. Wer unter einem schweren Schädelhirntrauma leidet, kann Gefahrensituationen nicht erkennen und ist außerhalb des häuslichen Umfeldes oft orientierungslos.

Rehabilitationsmaßnahmen müssen schnell erfolgen

In solchen Fällen ist es wichtig, die geeigneten Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig in Anspruch zu nehmen, um so viel wie möglich an Eigenständigkeit zurückzugewinnen. Die größten Rehabilitationserfolge werden derzeit innerhalb der ersten beiden Jahre nach dem Schadensereignis erzielt. Wichtig zu wissen: Zu den geeigneten Therapien gehören manchmal auch Behandlungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. In diesem Fall sollten die geeigneten Rehabilitationsmaßnahmen umgehend mit der Versicherung des Unfallverursachers besprochen und die Kostenübernahme sollte geklärt werden, damit der größtmögliche Rehabilitationserfolg sichergestellt wird.

Folgen einer unzureichenden Anfangsdiagnose bei leichteren Kopfverletzungen

Die Problematik bei leichteren Kopfverletzungen wie einer Gehirnerschütterung oder einem Schädelhirntrauma ersten oder zweiten Grades besteht meist darin, dass die Anfangsdiagnose eventuell nicht korrekt gestellt wurde. Die Kopfverletzung tritt als leichtere Verletzung neben anderen wie beispielsweise Verletzungen von Organen in den Hintergrund. Hier sollte die Entwicklung im weiteren Verlauf gut beobachtet werden: Wurde zum Beispiel eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert und gleichzeitig ein Gesichtsfeldausfall festgestellt, ist unbedingt abzuklären, ob die Kopfverletzung nicht doch schwerer war, als anfänglich vermutet (und ob es eventuell auch Blutungen im Gehirn gab).

Eine frühzeitige Klärung ist hier angezeigt, da die Versicherung des Unfallverursachers die Folgen aus einer solchen Kopfverletzung zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise nicht mehr als unfallursächlich ansieht bzw. der Zusammenhang nur noch schwer darstellbar ist. Auch bei leichten Kopfverletzungen sollte eine gegebenenfalls angezeigte geeignete Rehabilitationsmaßnahme nicht versäumt werden. Wenn hier nicht angemessenen gehandelt wird, können auch hier schwerwiegende Dauerschäden eintreten.

Valeska Strunk, Rechtsanwältin


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger aufgrund eines Verkehrsunfalls schwer geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Unfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Valeska Strunk, Rechtsanwältin, Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und PartnerinEleonore Wunder, Rechtsanwältin

Die Motorrad-Saison hat begonnen

Der Frühling ist da und die Motorräder werden aus ihrem langen Winterschlaf geweckt! Endlich können wir Motorradfahrer uns wieder den Wind um die Nase wehen lassen und das Gefühl der Freiheit genießen. Jedem einzelnen von Ihnen wünsche ich eine schöne und angenehme, vor allem aber eine unfallfreie Saison! Weiterlesen

Sicher in die Grillsaison – Doch was tun, wenn trotzdem ein Unfall passiert?

Obwohl es gerade erst April ist, hatten wir schon einige wunderschöne Sonnentage mit sommerlichen Temperaturen. Was gibt es da Schöneres – vor allem für uns Männer – als den Grill aus dem Winterschlaf zu holen, Familie und Freunde einzuladen und die Grillsaison zu starten.

Bei aller Vorfreude auf das Vergnügen, sollten Sie jedoch nie vergessen, dass das Hantieren mit offenem Feuer und glühenden Kohlen auch große Gefahren birgt. Weiterlesen

Schadensersatz: Unfall mit Reisebus – wer haftet?

Ferienzeit ist Reisezeit

Sie möchten Ihren Urlaub genießen und beschließen, eine Reise zu machen, die von vorne bis hinten komplett durchgeplant ist, z.B. eine geführte Tour durch die Alpen oder durch den romantischen bayrischen Wald. Vielleicht haben Sie ja auch eine eine Städtereise oder eine mehrtägige Reise zu einem Weihnachtsmarkt gebucht, organisiert von einem Reiseveranstalter. Die Reise ist optimal organisiert und es mangelt ihnen an nichts. Sie werden mit einem Reisebus von Hotel zu Hotel gefahren und haben richtig Spaß mit Ihrer Reisegruppe.

Doch plötzlich tritt das Unterwartete ein – wegen überhöhter Geschwindigkeit verliert der Fahrer die Kontrolle über den Bus und es kommt zu einem Unfall mit weiteren Fahrzeugen. Sie werden schwer verletzt, kommen ins Krankenhaus und haben eine lange und beschwerliche Rekonvaleszenz vor sich. Neben der psychischen Verarbeitung dieses Unfallereignisses sorgen Sie sich um Ihre Gesundheit und Ihre finanzielle Existenz; Sie fragen sich, wie es nun weitergeht.

Wer kommt für Ihre Schäden auf?

Für Ihre Schäden ist der Versicherer des Reiseveranstalters eintrittspflichtig; hier kommt die sog. Reiseveranstalterhaftpflichtversicherung zum Tragen. Selbst wenn es bei dem Unfall einen Fremdverursacher, sprich einen Unfallgegner gab, können Sie ihre Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz gegenüber der Versicherung des Reiseveranstalters geltend machen.

Was ist bei der Durchsetzung der Ansprüche gegen den Reiseveranstalter zu beachten?

Ganz wichtig ist, dass Sie Ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gemäß § 651 g BGB innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen. Andernfalls sind Ansprüche per Gesetz ausgeschlossen. Es sei denn, Sie können nachweisen, dass Sie die Frist ohne eigenes Verschulden nicht einhalten konnten. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie nach dem Unfall im Koma lagen.

Der Reiseveranstalter meldet den Schaden seiner für diesen Unglücksfall eintrittspflichtigen Haftpflichtversicherung, die in die Regulierung eintritt.

Welchen Vorteil haben Sie, wenn Sie die Ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen?

Über die Eintrittspflicht per se muss nicht gestritten werden, da es sich hierbei um einen vertraglichen Anspruch aus dem Reisevertrag handelt. Dabei spielt auch das (Nicht-)Verschulden des Busfahrers oder Unfallgegners keine Rolle. Selbst bei einem (Mit-)Verschulden des Busfahrers wird keine sog. Haftungsquote gebildet, d.h. bei Ihren Ansprüchen werden keine Abzüge gemacht. Unerheblich ist auch, in welchem Land sich der Unfall ereignet hat. Der Schaden wird grundsätzlich nach dem deutschen Schadensrecht reguliert.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen Anwalt aufzusuchen, der auf die Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche bei Personenschäden spezialisiert ist.

Melanie Mathis, Rechtsanwältin