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Arzthaftungsrecht: Bessere Schadensregulierung durch Zinserhöhung

Es ist eine traurige Tatsache, dass Versicherungen im Arzthaftungsrecht die Regulierung oft über Jahre verzögern, auch wenn der Schaden erheblich und der Behandlungsfehler nachgewiesen ist.

Die Geschädigten leiden hier dreifach:

  1. aufgrund der direkten Folgen des Behandlungsfehlers (körperliche und seelische Beeinträchtigungen,
  2. aufgrund der indirekten Folgen des Behandlungsfehlers (Sorge um die wirtschaftliche Existenz durch Verlust des Arbeitsplatzes, hohe Therapiekosten etc.),
  3. weil der ihnen zustehende Anspruch auf Schadensersatz nicht gewährt wird (Gefühl der Ohnmacht wegen der erlittenen Ungerechtigkeit).

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Diagnose Querschnittslähmung

Schadensregulierung und Schadensmanagement aus anwaltlicher Sicht

Nach einem Verkehrsunfall, insbesondere einem Motorradunfall lautet die Diagnose oftmals Querschnittslähmung. Auch Bade- oder Ski-Unfälle können solch eine schwerwiegende Verletzung zur Folge haben, ebenso wir eine fehlerhafte ärztliche Behandlung, z.B. eine misslungene Operation.

Was eine Querschnittslähmung für den Betroffenen und sein direktes Umfeld bedeutet, kann ein Außenstehender kaum nachvollziehen.
Innerhalb von Sekunden ändert sich einfach alles mit einer kaum vorstellbaren Intensität. Das Leben wird in seinen Grundfesten erschüttert. Lebensentwürfe, Zukunftsträume und -perspektiven – all das ist zunächst einmal Makulatur. Weiterlesen

David gegen Goliath – Schadensregulierung nach einem Unfall

Sie haben unverschuldet einen schweren Unfall erlitten und sind der Meinung, dass die gegnerische Versicherung den entstandenen Schaden unkompliziert und schnell reguliert? Dann unterliegen Sie einem großen Irrtum. Denn auch nach einem völlig unverschuldeten Unfall müssen Sie, wenn es um berechtigte und notwendige Vorschusszahlungen geht, hart um einen gerechten Ausgleich des entstandenen Schadens kämpfen.

Verzögerung der Schadensbearbeitung

Auch wenn der Unfallhergang völlig klar ist, wenn z.B. eine eindeutige Vorfahrtsverletzung vorliegt, wird der gegnerische Versicherer zuerst einmal die Ermittlungsakte einsehen wollen. Das kann dauern, denn die beteiligten Sozialversicherungsträger haben den gleichen Wunsch. Und wenn diese dann noch Regressansprüche bei dem Versicherer geltend machen, spielt die Einsichtnahme in die Ermittlungsakte erneut eine Rolle.
Da der Versicherer die Ermittlungsakte nicht in eigenem Namen bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft anfordern kann, braucht er dafür einen Anwalt. Auch das kostet wieder Zeit.

Für Sie als Geschädigten heißt das: warten, warten, warten. Neben den körperlichen Schmerzen und der Tatsache, dass Sie plötzlich und unerwartet aus der gewohnten Lebensbahn geworfen wurden, entstehen Ihnen bereits jetzt finanzielle Nachteile. Sie müssen sich von Anfang an mit den Ungerechtigkeiten des unverschuldeten Unfalls auseinandersetzen. Nicht jedem Geschädigten gelingt es, dabei sein seelisches Gleichgewicht zu bewahren.

Je höher der Schaden, umso schwieriger die Regulierung

Selbst wenn die Haftung geklärt ist, kommt es in vielen Schadensfällen zu weiteren Verzögerungen. Hier kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schadensbearbeitung durch den Versicherer umso zögerlicher und zeitaufwändiger wird, je höher der Schaden ist. Das alles erinnert an den Kampf David gegen Goliath. Um den durchzustehen, braucht man zum einen gute Nerven und zum anderen die frühzeitige Vertretung durch einen spezialisierten Anwalt. Ihm können Sie die nervenaufreibenden Verhandlungen mit dem Unfallgegner übertragen, sodass Sie wenigstens an dieser Stelle etwas Erleichterung erfahren.

Gerne bieten Versicherer auch schnell einmal Abfindungssummen an, in der Hoffnung, dass Sie sich weitere zeitaufwendige Regulierungen ersparen möchten oder bereits in finanzieller Not sind. Dieser angebotene Abfindungsbetrag entspricht jedoch nicht annähernd den tatsächlichen Gegebenheiten.

Durchhaltevermögen wird belohnt

Selbst wenn die Widerstände noch so groß sind, sollten Sie die Flinte nicht ins Korn werfen und den Weg des geringsten Widerstands gehen, denn das käme nur dem Schädiger bzw. seinem Versicherer zugute.

Wir raten jedem Geschädigten, die nötige Geduld und Ausdauer in der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Versicherung aufzubringen, denn das Durchhaltevermögen wird in der Regel am Ende reich belohnt.

Eleonore Wunder, Rechtsanwältin


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger durch einen Unfall schwerst geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Unfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und Partnerin, Eleonore Wunder, Rechtsanwältin, Thomas Gfrörer, Rechtsanwalt

Kapitalisierung von Verdienstausfallrenten bis zum 69. Lebensjahr?

Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema bei der Kapitalisierung von Verdienstausfallansprüchen ist nicht nur der Zinsfuß, sondern auch die Laufzeit der Rente.

Aktuell wird der „normale“ Beginn des Bezugs von Altersrente nach und nach auf die Vollendung des 67. Lebensjahres angehoben. Bei Kapitalisierungen tun sich die Haftpflichtversicherer allerdings schon jetzt schwer, das zu akzeptieren. Es wird immer wieder versucht, die Laufzeit auf das 65., 63. oder gar 60. Lebensjahr zu begrenzen.

Inzwischen bekommen die Geschädigten ausgerechnet vom GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) Rückendeckung. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung in der vergangenen Woche eine sogenannte Rentenkommission gebildet hat, die sich Gedanken zu den Perspektiven der deutschen Rentenversicherung machen soll. Ein wesentliches Thema dabei ist unter anderem die Frage, ob weiterhin an der Rente mit 67 Jahren festgehalten werden kann.

Regelaltersgrenze 69 Jahre

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat dazu Stellung genommen und gefordert, die Regelaltersgrenze ab dem Jahr 2030 bis ca. 2050 auf 69 Jahre anzuheben.

Das bedeutet für Geschädigte, die aktuell jünger als 55 Jahre sind, dass sie sich auf gar keinen Fall mit einer Laufzeit des Schadenersatzanspruches wegen Verdienstausfall lediglich bis zum 67. Lebensjahr abfinden dürfen. Stattdessen ist unbedingt zu berücksichtigen, dass mit nahezu absoluter Sicherheit der Beginn der Regelaltersgrenze entsprechend ansteigen wird.

Wenn Haftpflichtversicherer das nicht akzeptieren wollen, kann ruhigen Gewissens auf die o.a. Stellungnahme des GDV verwiesen werden.

Fazit:

Geschädigte, die aktuell 55 Jahre und jünger sind und die auf Dauer Verdienstausfallansprüche gegen einen Haftpflichtversicherer haben, sollten sich auf keinen Fall mit einer Kapitalisierung bis zum 67. Lebensjahr zufriedengeben, da die Laufzeit nach und nach auf das 69. Lebensjahr angehoben wird.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt


Ihre Experten für Schadensregulierung nach Unfällen oder Behandlungsfehlern

Wenn Sie oder ein Angehöriger aufgrund eines Unfalls oder Behandlungsfehlers schwerst geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung unter anderem zur Verfügung:
Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und Partnerin, Sven Wilhelmy, Rechtsanwalt, Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt

Bestimmung der Höhe des Schadensersatzes nach Behandlungsfehler oder Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall oder einem Behandlungsfehler ist zunächst die Haftungssituation zu klären. Gerade im Bereich des Arzthaftungsrechts wird häufig erst ein langer Streit um die Haftung geführt, bis die Gegenseite endlich in die konkrete Regulierung des entstandenen Schadens einsteigt. Weiterlesen

Die Ansprüche Schwerstverletzter – 56. Verkehrsgerichtstag in Goslar

Vom 24. bis 26. Januar 2018 fand der 56. Verkehrsgerichtstag in Goslar statt. Die Rechtsanwältinnen Melanie Mathis, Irem Scholz, Valeska Strunk, Ellen Wunder sowie Rechtsanwalt Helmut Gräfenstein nahmen am Arbeitskreis VII teil. Der setzte sich mit den Ansprüchen Schwerstverletzer auseinander, mit ihren  besonderen Schwierigkeiten im täglichen Leben und den Möglichkeiten der zukünftigen Lebensgestaltung.

Referent Dr. Johannes Vöcking sprach uns in seinem Vortrag aus der Seele. Er führte aus, dass die Schäden nach einem Unfall oft nicht oder wenn, dann erst spät anerkannt werden. Zudem werden die Ursachen im Rahmen der Schadensregulierung häufig in Frage gestellt. Die Unfallopfer werden dadurch ein zweites Mal zum Opfer, nämlich zum Opfer der Beweislast. Das komplexe Systembild der Schädigung wird verkannt, vor allem hinsichtlich der psychischen und sozialen Folgen. Die gesamte Entwicklung ist für Betroffene und deren Familien extrem belastend.

Referent Ulrich Werwigk erinnerte in diesem Zusammenhang an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, der regelmäßig darauf hinweist, dass durch die Schadensregulierung eine Situation geschaffen werden muss, die dem „früheren Lebenszuschnitt des Geschädigten möglichst nahe kommt“. Dies kann bei schweren Personenschäden nicht ausschließlich auf juristischer Ebene gelöst werden. Vielmehr bedarf es eines erfahrenen Reha-Managements, das dem Unfallopfer mit medizinischen, rehabilitations- und sozialtherapeutischen Maßnahmen eine über die rein monetäre Kompensation hinausgehende Chance zur Teilhabe an der Gemeinschaft bietet.

Darüber hinaus wurde gefordert, dass Haftpflichtversicherer einen angemessenen Vorschuss leisten damit der Geschädigte nicht in wirtschaftliche Bedrängnis gerät.

Empfehlungen des Verkehrsgerichtstags

Nach hitzigen Diskussionen wurden am Ende folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Nach den Erkenntnissen der Fachmediziner hat sich das Modell der gesetzlichen Unfallversicherung für die Rehabilitation Schwerstverletzter bewährt und sich gegenüber dem von anderen Sozialversicherungsträgern, z. B. der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung bisher angewandten Verfahren als überlegen erwiesen. Deshalb appelliert der Arbeitskreis an den Gesetzgeber, diese Defizite in der Rehabilitation („Reha-Lücke“) nach dem Modell der gesetzlichen Unfallversicherung zu beheben.  
  • Nach Auffassung des Arbeitskreises hat der Haftpflichtversicherer im Rahmen der berechtigten Ansprüche des Geschädigten die Aufwendungen für vermehrte Bedürfnisse Schwerstverletzter, wie z.B. PKW-Umrüstung, Schaffung behindertengerechten Wohnraums etc., durch Kostenübernahmeerklärung oder in anderer geeigneter Form sicherzustellen, wobei das Sicherungsbedürfnis des Haftpflichtversicherers (Schädigers) zu berücksichtigen ist. 
  • Haftpflichtversicherer sollten im Rahmen ihrer Eintrittspflicht die Kostenübernahme für die Anschaffung von Hilfsmitteln, die von Medizinern als förderlich angesehen werden, unabhängig von der Eintrittspflicht von Sozialversicherungen und Drittleistungsträgern erklären. 
  • Der Arbeitskreis weist darauf hin, dass Schwerstverletzte mit erheblicher Einschränkung der Mobilität unter Umständen Anspruch auf Erstattung der Kosten von Begleitpersonen haben. 
  • Bei Schwerstverletzten sollte das Reha-Management nach den Regeln des „Code of Conduct für das Reha-Management“ der Arge Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein frühzeitig eingeleitet werden

Insgesamt zeigen die Empfehlungen, dass grundsätzlich das Wohl des Geschädigten im Vordergrund zu stehen hat. Wir müssen uns um die Betroffenen kümmern, sowohl um die finanzielle Absicherung als auch um ein fachmännisches Reha-Management. Hierfür setzen wir uns mit allen Kräften ein!

Rechtsanwältin und Partnerin Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht