Beiträge

Behandlungsfehler bei Kindern in der Notaufnahme

Zu Anfang des Jahres berichteten die Medien von einem 4-jährigen bulgarischen Kind, das in einem Kölner Krankenhaus behandelt wurde und einige Tage später starb.
Die Eltern werfen den Ärzten des Klinikums vor, ein Behandlungsfehler habe den Tod des Kindes verursacht. Berichtet wird, dass die Eltern sich mit ihrem Kind in der Notaufnahme des Krankenhauses vorstellten. Der Arzt vermutete eine harmlose Virusinfektion und schickte die Familie mit dem Rat nach Hause, dem Kind Ibuprofen zu geben, abzuwarten und dann zum Kinderarzt zu gehen. Den Angaben der Eltern zufolge hatte das Kind zu diesem Zeitpunkt bereits 40° Fieber.
Zuhause verschlechterte sich der Zustand des Kindes zusehends und die Eltern fuhren drei Tage später, am 1. Weihnachtsfeiertag, mit ihrer Tochter in eine andere Klinik. Zwei Stunden später war das kleine Mädchen tot.
Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft und erhofft sich von der angeordneten Obduktion Aufschluss über die Todesursache. Weiterlesen

Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes

Wer für einen erlittenen Gesundheitsschaden Schmerzensgeld fordert, muss den sogenannten „Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes“ beachten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil vom 10. Juli 2018 (Az: VI ZR 259/15) noch einmal bestätigt. Dieser Grundsatz besagt, dass die Betrachtung des Schmerzensgelds ganzheitlich erfolgen muss, bei der Bemessung der Höhe also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft berücksichtigt werden müssen.

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Egal, ob 1 PS oder 100 – ausreichend großer Seitenabstand ist wichtig!

Aus der Straßenverkehrsordnung ergibt sich, dass beim Überholen langsamerer Verkehrsteilnehmer auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand geachtet werden muss. Für PKW-Fahrer sollte das eigentlich ganz selbstverständlich sein, weiß man doch, das gerade Fahrradfahrer auf einer ansteigenden Fahrstrecke ausreichend Platz benötigen. Ist die Straße extrem schmal, muss entweder so langsam gefahren werden, dass der andere Verkehrsteilnehmer durch den Überholvorgang nicht gefährdet wird, oder aber vom Überholen ganz abgesehen werden.
Zu den langsameren Verkehrsteilnehmern gehören nicht nur Fahrradfahrer oder Mofas, sondern beispielsweise auch Reiter und Kutschen. Weiterlesen

Stillschweigende Haftungsbeschränkung bei Motorradfahren im Pulk

Auch und gerade Motorradfahrer haben im Straßenverkehr einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Die Faustformel lautet stark verkürzt: Abstand gleich halber Tacho in Metern. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h entspricht das einem Abstand von 50 Metern.

Wird der Sicherheitsabstand unterschritten drohen teils hohe Bußgelder.  Und nicht nur das: Das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes kann auch zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen.

Sicherheitsabstand und Fahren im Pulk

Allerdings gibt es Ausnahmen: So hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main entschieden, dass das Fahren mehrerer Motorradfahrer im Pulk eine solche Ausnahme darstellt. Fahren nämlich mehrere Motorradfahrer einvernehmlich in wechselnder Reihenfolge als Gruppe ohne Einhaltung eines Sicherheitsabstandes, so begründet dies eine stillschweigende Haftungsbeschränkung, so das OLG Frankfurt.

Im konkreten Fall hat die Beweisaufnahme ergeben, dass die beteiligten vier Motorradfahrer in einer Gruppe gefahren sind. Im gegenseitigen Einvernehmen wurden die Sicherheitsabstände nicht eingehalten und die Reihenfolge immer wieder geändert. Als der erste Motorradfahrer in einer Kurve mit einem entgegenkommenden PKW kollidierte, musste der zweite Motorradfahrer abbremsen und der dritte Motorradfahrer fuhr auf.  Der zweite Motorradfahrer stürzte und verlangte in der Folge von dem aufgefahrenen dritten Motorradfahrer Schadensersatz und Schmerzensgeld mit der Begründung, dieser habe den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht eingehalten.

Kein Schadensersatz bei stillschweigendem Haftungsverzicht

Das OLG Frankfurt hat in zweiter Instanz entschieden, dass in dieser besonderen Situation kein Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz besteht, da die Motorradfahrer durch das Fahren in der Gruppe einen stillschweigenden Haftungsverzicht vereinbart hätten. Für das OLG stellte sich damit ein im Straßenverkehr durchaus vertraute Bild dar, dass Motorradfahrer in einer Gruppe fahren und einvernehmlich ein besonderes Risiko eingehen. Jedem aus der Gruppe hätte das gleiche passieren können wie dem Kläger. Sämtliche Teilnehmer der Gruppe nehmen billigend in Kauf, dass entweder sie selbst oder der hinter ihnen fahrende Fahrer bei einer Unfallsituation nicht ausreichend bremsen und daher zu Schaden kommen kann.

Nur wenn der auffahrende Motorradfahrer grob fahrlässig gehandelt hätte, würde dieser haften. Dies war nach Ansicht des OLG jedoch nicht der Fall. Man habe einvernehmlich den erforderlichen Sicherheitsabstand zu dem vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten und sei somit auch einvernehmlich ein besonderes Risiko eingegangen. Es sei also von einem stillschweigend vereinbarten Haftungsverzicht für Gefährdungshaftung und leichte Fahrlässigkeit auszugehen.

In jedem Fall sollten Sie nach einem Motorradunfall einen Rechtsanwalt beauftragen, der auf die Geltendmachung von Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüchen spezialisiert ist. Wir helfen Ihnen hier gerne weiter!

Einen unfallfreien und weiterhin sonnigen Motorradsommer wünscht

Rechtsanwältin Ines Gläser, Fachanwältin für Medizinrecht


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger durch einen Motorradunfall schwerst geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Motorradunfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und PartnerinInes Gläser, Fachanwältin für Medizinrecht, Thomas Gfrörer, Rechtsanwalt und Partner

Kopfverletzungen nach einem Verkehrsunfall

Ein schwerer Verkehrsunfall geht nicht selten auch mit einer Kopfverletzung einher. Die Schwere der Kopfverletzung kann entscheidenden Einfluss auf die Schadensregulierung haben. Daher ist es wichtig, dass sowohl die Verletzung selbst, als auch die daraus resultierenden Folgen konkret festgestellt werden.

Diagnose: schweres Schädelhirntrauma III. Grades

Lautet die Diagnose „schweres Schädelhirntrauma III. Grades“, sind die Folgen für den Geschädigten in der Regel massiv. Die Lebensumstände ändern sich vollständig: Plötzlich kann man den Alltag ohne die ununterbrochene Betreuung und Unterstützung Dritter nicht mehr meistern. Handlungsabläufe, die früher selbstverständlich waren, werden plötzlich nicht mehr erinnert. Aufgrund von Einbußen der Gedächtnisleistung können sie auch nicht mehr neu gelernt und manchmal nicht einmal mehr nachvollzogen werden. Der Geschädigte ist sich dabei seiner Einschränkungen häufig vollkommen bewusst. In Gesellschaft fühlt er sich unsicher, da er, wenn er keine weiteren Verletzungen erlitten hat, körperlich gesund aussieht und sein Verhalten von Menschen, die ihn nicht kennen, nicht verstanden werden kann. Wer unter einem schweren Schädelhirntrauma leidet, kann Gefahrensituationen nicht erkennen und ist außerhalb des häuslichen Umfeldes oft orientierungslos.

Rehabilitationsmaßnahmen müssen schnell erfolgen

In solchen Fällen ist es wichtig, die geeigneten Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig in Anspruch zu nehmen, um so viel wie möglich an Eigenständigkeit zurückzugewinnen. Die größten Rehabilitationserfolge werden derzeit innerhalb der ersten beiden Jahre nach dem Schadensereignis erzielt. Wichtig zu wissen: Zu den geeigneten Therapien gehören manchmal auch Behandlungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. In diesem Fall sollten die geeigneten Rehabilitationsmaßnahmen umgehend mit der Versicherung des Unfallverursachers besprochen und die Kostenübernahme sollte geklärt werden, damit der größtmögliche Rehabilitationserfolg sichergestellt wird.

Folgen einer unzureichenden Anfangsdiagnose bei leichteren Kopfverletzungen

Die Problematik bei leichteren Kopfverletzungen wie einer Gehirnerschütterung oder einem Schädelhirntrauma ersten oder zweiten Grades besteht meist darin, dass die Anfangsdiagnose eventuell nicht korrekt gestellt wurde. Die Kopfverletzung tritt als leichtere Verletzung neben anderen wie beispielsweise Verletzungen von Organen in den Hintergrund. Hier sollte die Entwicklung im weiteren Verlauf gut beobachtet werden: Wurde zum Beispiel eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert und gleichzeitig ein Gesichtsfeldausfall festgestellt, ist unbedingt abzuklären, ob die Kopfverletzung nicht doch schwerer war, als anfänglich vermutet (und ob es eventuell auch Blutungen im Gehirn gab).

Eine frühzeitige Klärung ist hier angezeigt, da die Versicherung des Unfallverursachers die Folgen aus einer solchen Kopfverletzung zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise nicht mehr als unfallursächlich ansieht bzw. der Zusammenhang nur noch schwer darstellbar ist. Auch bei leichten Kopfverletzungen sollte eine gegebenenfalls angezeigte geeignete Rehabilitationsmaßnahme nicht versäumt werden. Wenn hier nicht angemessenen gehandelt wird, können auch hier schwerwiegende Dauerschäden eintreten.

Valeska Strunk, Rechtsanwältin


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger aufgrund eines Verkehrsunfalls schwer geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Unfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Valeska Strunk, Rechtsanwältin, Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und PartnerinEleonore Wunder, Rechtsanwältin

Die Motorrad-Saison hat begonnen

Der Frühling ist da und die Motorräder werden aus ihrem langen Winterschlaf geweckt! Endlich können wir Motorradfahrer uns wieder den Wind um die Nase wehen lassen und das Gefühl der Freiheit genießen. Jedem einzelnen von Ihnen wünsche ich eine schöne und angenehme, vor allem aber eine unfallfreie Saison! Weiterlesen