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Schadensregulierung

13.06.2021

Reha-Management: Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben

Rechtsanwalt Thomas Gfrörer
Thomas Gfrörer
Inhaltsverzeichnis
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Grafische Darstellung eines Genesungsprozesses: vom Krankenhausbett über Rollstuhl und Gehhilfe bis zur vollständigen Genesung mit Sprung – Symbolbild für erfolgreiches Reha-Management

Nach einem schweren Unfall oder einem ärztlichen Behandlungsfehler stellen sich viele Betroffene die bange Frage: Wie geht es jetzt weiter – körperlich, beruflich, im Alltag? Genau hier setzt das Reha-Management an. Es begleitet Geschädigte auf dem Weg zurück in ihr gewohntes Leben und übernimmt alles, wofür in dieser Situation oft weder Kraft noch Überblick vorhanden sind: von der Suche nach den richtigen Ärzten bis zur Auseinandersetzung mit Behörden.

Was ist Reha-Management?

Das Reha-Management ist eine Leistung, die von der gegnerischen Haftpflichtversicherung finanziert, aber von einem unabhängigen Reha-Dienst durchgeführt wird. Das Ziel besteht darin, Unfallopfer schnell und möglichst vollständig in ihr privates, soziales und berufliches Umfeld wieder einzugliedern. Im Gabler Versicherungslexikon wird diese Leistung wie folgt definiert: „Leistung des Versicherers oder eines von ihm beauftragten Dritten, die die schnelle und möglichst vollständige Wiedereingliederung eines bei einem Unfall schwer Verletzten in sein privates, soziales und berufliches Umfeld zum Ziel hat.“

Praktisch bedeutet das: Unsere Mandanten erhalten medizinische und berufliche Unterstützung aus einer Hand. Ein Koordinator, der sich Zeit nimmt, ist in dieser Situation besonders wichtig.

Wer bezahlt – und warum die Unabhängigkeit so wichtig ist

Das Reha-Management ist freiwillig und für Geschädigte in der Regel kostenlos, auch wenn die Maßnahme abgebrochen wird. Die Kosten übernimmt üblicherweise die gegnerische Haftpflichtversicherung. Diese darf die Maßnahme aber nicht selbst durchführen. Verantwortlich ist ausschließlich ein externer Reha-Dienst, der personell und organisatorisch unabhängig ist, neutral arbeitet und keine Weisungen annimmt – so ist sichergestellt, dass ausschließlich das Interesse des Geschädigten zählt. Diese Spielregeln sind im sogenannten Code of Conduct der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht festgelegt – einem Regelwerk, das genau zum Schutz der Geschädigten entwickelt wurde.

Was ein Reha-Dienst konkret für Sie übernimmt

Die Mitarbeiter des Reha-Dienstes kümmern sich um die Themen, die im Alltag nach einem schweren Unfall die meiste Kraft kosten.

  • Suche und Vermittlung geeigneter Ärzte und Behandlungsmethoden

  • Unterstützung bei Anträgen auf Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe

  • Beratung bei einem notwendigen Wohnungsumbau

  • Organisation einer Umschulung bei dauerhaften beruflichen Folgen

  • Aktive Beseitigung der Unfallfolgen und Vorbeugung gegen die Chronifizierung von Beschwerden

Einen Überblick über die konkrete Arbeit eines Reha-Dienstes gibt ein Video der rehacare GmbH, einem der größten deutschen Dienstleister im Reha-Management. Wir arbeiten mit rehacare ebenso eng zusammen wie mit weiteren Reha-Diensten.

Woran Sie einen seriösen Reha-Dienst erkennen

Nicht jeder Anbieter, der sich als unabhängig bezeichnet, ist es in der Praxis auch. Deshalb empfehlen wir unseren Mandanten ausschließlich Reha-Dienste, die sich zu klaren Qualitätsstandards verpflichten, wie den zehn Handlungsleitlinien der ARGE Rehabilitation. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss großer Reha-Dienste mit einem eigenen Selbstverpflichtungs-Katalog:

  • Einhaltung des Code of Conduct

  • Sicherung des Datenschutzes

  • Freiwilligkeit des Verfahrens

  • Transparenz für alle Beteiligten

  • Inter- und multidisziplinäre Zusammenarbeit

  • Permanente Qualifikation der Berater

  • Qualitätsmanagement

  • Überregionalität

  • Unabhängigkeit

  • Selbstverpflichtung

Diese zehn Punkte sorgen für Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit im Ablauf des Reha-Managements. Wir wählen für unsere Mandanten nur Reha-Dienste aus, deren Einhaltung dieser Standards wir kennen und regelmäßig überprüfen.

Ein weiterer Vorteil: schnellere Regulierung

Reha-Management hilft nicht nur dabei, den Weg zurück in den Alltag zu finden, sondern beschleunigt in vielen Fällen auch die Schadensregulierung. Die Berichte des Reha-Dienstes zeigen der gegnerischen Versicherung schwarz auf weiß, dass Betroffene alles tun, um ihre Gesundheit und ihre berufliche Situation zu verbessern. Das schafft Vertrauen aufseiten der Versicherung und führt in der Praxis oft zu einer schnelleren und kooperativeren Regulierung. Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Mandanten die Inanspruchnahme eines Reha-Managements uneingeschränkt.

Über den Autor

Thomas Gfrörer ist Rechtsanwalt, Mitbegründer und Seniorpartner der Kanzlei Quirmbach & Partner. Er hat sich auf unfallbedingte Querschnittslähmungen, insbesondere Tetraplegie, spezialisiert und vertritt seit fast 30 Jahren Mandantinnen und Mandanten mit schwersten Personenschäden. Sein Fokus liegt auf der langfristigen, strategischen Absicherung komplexer Schadensersatzansprüche gegenüber Versicherern.

Häufige Fragen (FAQ) zum Reha-Management

Müssen die Geschädigten für das Reha-Management etwas bezahlen?
Nein, denn die Maßnahme wird von der gegnerischen Haftpflichtversicherung bezahlt und ist für Geschädigte kostenfrei – selbst wenn sie abgebrochen wird.

Ist Reha-Management verpflichtend?
Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Geschädigte können sich jederzeit dagegen entscheiden oder eine begonnene Maßnahme abbrechen, ohne dass ihnen Kosten entstehen.

Warum muss der Reha-Dienst unabhängig sein?
Nur ein von der gegnerischen Versicherung organisatorisch und personell unabhängiger Reha-Dienst kann ausschließlich im Interesse der Geschädigten handeln. So schreibt es der „Code of Conduct” der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht vor.

Welche Leistungen übernimmt ein Reha-Dienst?
Von der Suche nach geeigneten Ärzten über die Unterstützung bei Behördenanträgen und Sozialleistungen bis hin zur Organisation einer Umschulung: Reha-Dienste begleiten Betroffene medizinisch, sozial und beruflich.

Hat das Reha-Management Einfluss auf die Höhe der Entschädigung?
Nicht direkt, aber es kann die Regulierung beschleunigen. Die Berichte des Reha-Dienstes zeigen der Versicherung, dass Betroffene aktiv an ihrer Genesung arbeiten. Das erleichtert die Zusammenarbeit oft erheblich.

Anwaltsbüro Quirmbach & Partner

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