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Schadensregulierung

25.08.2025

Schadensersatz nach schwerem Unfall: Ansprüche gegen Versicherung erfolgreich durchgesetzt

Rechtsanwältin Eleonore Wunder
Eleonore Wunder
Inhaltsverzeichnis
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Gestürztes Fahrrad mit Helm vor einem Auto – Symbolbild für schwere Verletzungen und Schadensersatz nach Verkehrsunfall.

Unser Mandant, ein sportlich aktiver und leidenschaftlicher Rennradfahrer, war auf einer Landstraße unterwegs, als er frontal von einem Fahrzeug erfasst wurde, das auf seiner Fahrspur entgegenkam. Ein Ausweichen war unmöglich.

Schwere Verletzungen mit lebenslangen Folgen

Die Folgen dieses Unfalls waren schwerwiegend. Es kam zu einem Abriss beider Kreuzbänder im linken Knie, zu einer Radiusfraktur am Arm, zu schweren Prellungen sowie zur Notwendigkeit, eine Knieprothese einzusetzen. Aufgrund des hohen Infektionsrisikos stand sogar zeitweise eine Amputation im Raum. Hinzu traten psychische Folgen wie eine depressive Anpassungsstörung, eine Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung sowie eine mittelgradige depressive Episode. Insgesamt wurde eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von 25 % festgestellt.

Vor dem Unfall war unser Mandant als IT-Berater in Vollzeit tätig. Nach dem Unfall konnte er nur noch drei Tage pro Woche mit jeweils acht Stunden zu arbeiten. Trotz intensiver Bemühungen gelang keine vollständige Wiedereingliederung. Letztlich blieb nur der Abschluss eines Altersteilzeitvertrags und der vorzeitige Rückzug in den Ruhestand, nicht freiwillig, sondern aufgrund der Unfallfolgen.

Unzureichende Zahlungen der Versicherung

Zunächst schien es, als würde die Versicherung ihrer Regulierungspflicht nachkommen. Tatsächlich erhielt unser Mandant jedoch lediglich eine erste Zahlung von 21.500 Euro. Danach geschah über einen Zeitraum von zwölf Jahren nichts mehr. Erst deutlich später erfolgte eine weitere Zahlung, sodass sich die Gesamtsumme auf 71.552,33 Euro belief. Angesichts des tatsächlich entstandenen Schadens war diese Zahlung bei Weitem nicht ausreichend.

Klage vor dem Landgericht Frankfurt

Unsere Kanzlei nahm daraufhin die gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche in Angriff und klagte einen Schadensersatz in Höhe von rund 435.000 Euro ein. Das Landgericht Frankfurt sprach unserem Mandanten abzüglich der bereits geleisteten Zahlungen einen Betrag von 362.530,94 Euro zu. Außerdem wurden der Versicherung sämtliche Kosten des Verfahrens auferlegt, da sie nahezu vollständig unterlag.

Das Gericht bezeichnete insbesondere die erst elf Jahre nach dem Unfall geleistete Zahlung von 21.500 Euro als „beschämend“. Diese habe das Leiden unseres Mandanten noch verstärkt, insbesondere im Hinblick auf seine Verantwortung für die Versorgung seiner Familie.

Strafverfahren gegen den Unfallverursacher

Parallel lief ein strafrechtliches Verfahren gegen den Unfallverursacher. Dieser hatte dort eine Einlassung abgegeben, die das eigene Fehlverhalten bagatellisierte und geeignet war, die Ansprüche des Mandanten infrage zu stellen. Ein Sachverständiger stellte jedoch eindeutig fest, dass diese Darstellung nicht mit dem tatsächlichen Geschehensablauf übereinstimmte.

Ein klarer Erfolg – dank konsequenter Verfolgung der Ansprüche

Am Ende verzichtete die Versicherung darauf, Berufung einzulegen. Das Urteil wurde rechtskräftig. Ohne unsere konsequente juristische Arbeit wäre unser Mandant mit einem Bruchteil seiner berechtigten Ansprüche abgefunden worden.

Lehren aus dem Fall

Dieser Fall verdeutlicht, dass Versicherungen nicht freiwillig das zahlen, was tatsächlich gerecht ist. Oft ist es die Hartnäckigkeit und Erfahrung eines spezialisierten Anwalts, die zu einem fairen Ergebnis führen. Selbst nach vielen Jahren kann noch eine angemessene Entschädigung erstritten werden. Darüber hinaus wird deutlich, dass auch die seelischen Belastungen nicht unterschätzt werden dürfen und in die Entschädigung einzubeziehen sind.

Fazit

Versicherungen verfolgen in erster Linie das Ziel, ihre eigenen Kosten möglichst gering zu halten. Das Leben, der Schmerz und die Zukunft der Unfallopfer sind jedoch keine Verhandlungsmasse. Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, dass sich berechtigte Ansprüche durchsetzen lassen, auch gegen erheblichen Widerstand und nach langer Zeit.

Sollten auch Sie oder eine Ihnen nahestehende Person nach einem Unfall mit schweren Folgen von einer Versicherung hingehalten oder mit unzureichenden Zahlungen abgespeist werden, stehen wir Ihnen gerne für eine kostenfreie Ersteinschätzung zur Verfügung. Handeln Sie frühzeitig und lassen Sie Ihre Ansprüche rechtlich prüfen.

Anwaltsbüro Quirmbach & Partner

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