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Schadensregulierung

18.08.2025

525.000 Euro Entschädigung: Ein tragischer Unfall und ein langer Weg zur Gerechtigkeit

Rechtsanwalt Thomas Gfrörer
Thomas Gfrörer
Inhaltsverzeichnis
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Anwälte in formeller Kleidung bei einer Besprechung an einem Konferenztisch, im Vordergrund Dokumente und Klemmbretter, im Hintergrund Sonnenlicht durch große Fenster.

Ein Unfall mit weitreichenden Folgen

Im Juni 2011 ereignete sich auf der A3 bei Wiesbaden ein schwerer Verkehrsunfall, der das Leben eines jungen Mannes und seiner Familie nachhaltig veränderte. Ein Kleintransporter kollidierte mit einem Sattelzug, der plötzlich und ohne erkennbaren Grund die Spur wechselte. Die Verletzungen des Fahrers waren so schwerwiegend, dass er dauerhaft pflegebedürftig wurde.

Was danach folgte, war nicht nur eine medizinische, sondern auch eine juristische Herausforderung, geprägt von Unsicherheiten, langen Verhandlungen und einem schwierigen Gegner.

Warum die Schuldfrage oft so kompliziert ist

Die größte Hürde bestand zunächst darin, das verursachende Fahrzeug zweifelsfrei zu identifizieren. Es gab Hinweise auf eine bestimmte Spedition, jedoch fehlte ein eindeutiger Beweis. Dennoch erkannte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Jahr 2020 eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Verursachung und sprach der Spedition eine 50-prozentige Haftung zu. Gleichzeitig wurde dem Geschädigten ein Mitverschulden zugesprochen.

Für den Betroffenen war dieses Feststellungsurteil ein bedeutender Schritt – wenn auch kein abschließender Sieg –, denn es stellte eine wichtige juristische Anerkennung dar.

Unser Auftrag: Klarheit schaffen und Ansprüche durchsetzen

Unabhängig vom laufenden Verfahren der Verkehrsopferhilfe e. V., die zur Überbrückung zunächst eingesprungen war, wurden wir – das Anwaltsbüro Quirmbach & Partner – beauftragt, die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten durchzusetzen. Bereits zu Beginn war klar: Die Erfolgsaussichten waren nicht selbstverständlich.

Die Gegenseite war eine italienische Haftpflichtversicherung, die mit teils sehr kreativen, teilweise rechtlich fragwürdigen Verjährungseinwänden reagierte. Die Kommunikation war schwierig und die Positionen waren festgefahren. Gleichzeitig war die emotionale Belastung für die Familie enorm – nicht zuletzt, weil ihr Sohn im Jahr 2021 an den Folgen des Unfalls verstarb.

Trotzdem entschieden wir uns, das Verfahren im Namen der Eltern fortzusetzen, um eine gerechte außergerichtliche Lösung zu erreichen und der Familie weiteren emotionalen Stress vor Gericht zu ersparen.

Fünf Jahre Verhandlungen bis zum Erfolg

Über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren führten wir intensive außergerichtliche Verhandlungen. Dabei waren nicht nur rechtliches Fachwissen, sondern auch Geduld, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt. Die Themen reichten von komplexen Fragen des internationalen Versicherungsrechts bis hin zu schwierigen Kommunikationswegen mit ausländischen Ansprechpartnern.

Am Ende wurde eine Einigung erzielt: Die Eltern des Verstorbenen erhielten außergerichtlich 525.000 Euro.

525.000 € Entschädigung – mehr als nur Geld

Die Entschädigung stellt in vielerlei Hinsicht einen bedeutenden Erfolg dar:

  • Sie ist eine Anerkennung des erlittenen Unrechts und der Folgen des Unfalls.

  • Sie entlastet die Angehörigen zumindest finanziell in einer ohnehin schweren Zeit.

  • Sie zeigt, dass sich juristischer Einsatz auch in schwierigen Konstellationen lohnen kann.

Lehren für Betroffene nach schweren Unfällen

Unfälle mit schwerwiegenden Personenschäden führen nicht nur zu tiefen Einschnitten im Leben der Betroffenen. Sie stellen auch juristisch eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere, wenn der Gegner im Ausland sitzt oder die Sachlage nicht eindeutig geklärt ist.

Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu handeln.

Wichtige Schritte nach einem Unfall:

  1. Beweissicherung am Unfallort: Fotos, Skizzen und Zeugenaussagen können entscheidend sein

  2. Medizinische Unterlagen vollständig dokumentieren: Arztbriefe, Reha-Berichte, Gutachten.

  3. Frühzeitig juristische Unterstützung suchen,  am besten durch eine Kanzlei, die auf Personenschäden spezialisiert ist.

  4. Keine voreiligen Absprachen mit der gegnerischen Versicherung treffen, denn sie handelt meist im eigenen Interesse.

  5. Sich selbst und Angehörige emotional begleiten lassen, denn auch seelische Belastung braucht Aufmerksamkeit.

Warum wir uns nur für Unfallopfer starkmachen

Wir von Quirmbach & Partner vertreten ausschließlich die Interessen von Unfallopfern und ihren Familien, niemals die von Versicherungen. Unser Fokus liegt auf schwerwiegenden Personenschäden, bei denen es nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um Menschen geht.

Jeder Fall ist individuell. Doch eines gilt immer: Ein fairer Umgang auf Augenhöhe, eine offene Kommunikation und ein entschlossener Einsatz für Ihre Rechte stehen bei uns an erster Stelle.

Sie benötigen Unterstützung?

Ein Unfall kann vieles verändern, doch Sie müssen nicht allein damit umgehen. Wenn Sie oder ein Angehöriger betroffen sind, nehmen Sie gern unverbindlich Kontakt mit uns auf. Wir hören Ihnen zu, analysieren Ihre Situation und beraten Sie zu möglichen Schritten:  kompetent, transparent und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen.

Ihre Fragen, unsere Antworten

Wann sollte ich einen Anwalt einschalten?
Idealerweise so früh wie möglich,  am besten direkt nach dem Unfall. So lassen sich Fehler vermeiden und Ihre Interessen können von Anfang an gezielt durchgesetzt werden.

Wie lange kann ein Verfahren dauern?
Das ist sehr unterschiedlich. Einige Verfahren lassen sich innerhalb weniger Monate klären, andere – insbesondere mit internationaler Beteiligung – können mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Was passiert, wenn der Verletzte verstirbt?
In solchen Fällen können nahe Angehörige das Verfahren weiterführen. Dabei unterstützen wir Sie umfassend, sowohl rechtlich als auch menschlich.

Fazit: Gerechtigkeit braucht manchmal langen Atem

Gerechtigkeit ist nicht immer sofort sichtbar. Manchmal braucht es Geduld, Sachverstand und einen langen Atem, um sie durchzusetzen. Dieser Fall hat gezeigt: Auch in schwierigen und emotional belastenden Situationen ist ein guter Ausgang möglich – wenn Betroffene auf professionelle und engagierte Unterstützung zählen können.

Wir sind für Sie da. Wenn Sie Fragen haben oder sich in einer ähnlichen Situation befinden, sprechen Sie uns an.

Anwaltsbüro Quirmbach & Partner

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