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Personenschäden

25.04.2023

Motorrad-Saisonstart: Diese Checkliste schützt vor Unfällen

Ines Gläser, Rechtsanwältin
Ines Gläser
Inhaltsverzeichnis
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Motorradfahrer in voller Schutzkleidung fährt zügig durch eine Kurve auf einer Landstraße.

Mit den ersten warmen Tagen im Jahr steigt die Zahl der Motorradfahrer auf den Straßen deutlich – und mit ihr die Zahl der Motorradunfälle. Wer nach der Winterpause wieder aufsteigt, sollte dies nicht nur mit Vorfreude, sondern auch mit einem nüchternen Blick auf Maschine, Ausrüstung und die eigene Fahrpraxis tun. Die folgende Checkliste fasst zusammen, worauf es dabei ankommt.

Die Maschine: Technischer Check vor der ersten Fahrt

Nach mehreren Monaten Standzeit sollte das Motorrad nicht ungeprüft aus der Garage rollen. Besonders wichtig sind die Reifen: Durch Kälte und Standzeit kann sich ihr Zustand im Winter verschlechtert haben. Ein zu geringer Reifendruck oder abgefahrenes Profil erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Ebenso gehören Bremsen, Beleuchtung, Kette und die Flüssigkeitsstände (Öl und Kühlflüssigkeit) auf die Prüfliste. Wer sich unsicher ist, sollte den Check einer Fachwerkstatt überlassen, statt sich auf die eigene Einschätzung zu verlassen.

Die eigene Fahrpraxis: Nach der Winterpause realistisch bleiben

Nicht nur die Maschine, sondern auch die eigene Fahrpraxis leidet unter der langen Standzeit. Reaktionsvermögen und Kurventechnik sind nach mehreren Monaten Pause oft eingerostet, ohne dass einem das bewusst ist. Gerade zu Saisonbeginn unterschätzen viele Motorradfahrer diese Lücke und fahren zu schnell, zu dicht auf oder überholen zu riskant. Ein Fahrsicherheitstraining zu Saisonbeginn ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um diese Lücke gezielt zu schließen, bevor sie im Straßenverkehr zum Problem wird.

Schutzkleidung: Der Unterschied zwischen Blessuren und schweren Verletzungen

Anders als bei einem Pkw gibt es bei Motorrädern keine Knautschzone. Stürze wirken sich deshalb direkt auf den Körper aus. Vollständige Schutzkleidung mit Helm, Handschuhen, Jacke, Hose und Stiefeln kann das Verletzungsrisiko bei einem Sturz erheblich senken, insbesondere das Risiko von Kopf- und Schädel-Hirn-Verletzungen. Welche rechtlichen Folgen es haben kann, wenn auf den vorgeschriebenen Helm verzichtet wird und wie sich dies auf spätere Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche auswirkt, erklären wir im Detail in unserem Artikel zur Helmpflicht und zum Mitverschulden bei Motorradunfällen.

Defensive Fahrweise als wichtigster Schutzfaktor

Neben Technik und Ausrüstung ist vor allem das eigene Fahrverhalten entscheidend für das Unfallrisiko. Dazu gehören vorausschauendes Fahren, ein ausreichender Sicherheitsabstand, das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie der bewusste Verzicht auf riskante Überholmanöver. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, auf Alkohol und Drogen zu verzichten, da diese das Reaktions- und Urteilsvermögen erheblich beeinträchtigen.

Wenn es trotzdem passiert

Auch die beste Vorbereitung schließt einen Unfall nicht vollständig aus. Wichtig ist dann, in den ersten Minuten richtig zu reagieren – von der Absicherung der Unfallstelle bis zur Dokumentation der Schäden. Welche Schritte direkt nach einem Motorradunfall wichtig sind und worauf gegenüber der gegnerischen Versicherung zu achten ist, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Motorradunfall: Die richtigen Sofortmaßnahmen

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Motorrad-Saisonstart

Wie oft sollte ich mein Motorrad vor der Saison checken lassen? Mindestens einmal jährlich vor der ersten Ausfahrt nach der Winterpause, unabhängig von einer möglichen Inspektion durch die Werkstatt. Besonders Reifen, Bremsen und Flüssigkeitsstände sollten dabei im Fokus stehen.

Reicht ein Helm als Schutzausrüstung aus? Der Helm ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt vor den schwerwiegendsten Verletzungen, deckt aber nur den Kopf ab. Handschuhe, Jacke, Hose und Stiefel sind zwar nicht verpflichtend, senken das Verletzungsrisiko bei einem Sturz aber erheblich.

Lohnt sich ein Fahrsicherheitstraining auch für erfahrene Fahrer? Ja. Gerade nach einer mehrmonatigen Winterpause lässt die Fahrpraxis spürbar nach, unabhängig von der Erfahrung. Ein Training zu Saisonbeginn hilft, Reaktionsvermögen und Kurventechnik gezielt wieder aufzufrischen.

Über die Autorin

Ines Gläser ist als Rechtsanwältin bei Quirmbach & Partner tätig und verfügt über den Fachanwaltstitel für Medizinrecht. Sie hat sich auf die Vertretung schwer verletzter Unfallopfer, insbesondere nach Motorradunfällen, sowie auf die Durchsetzung komplexer Schadensersatzansprüche spezialisiert. Mit medizinischem Verständnis und strategischer Klarheit setzt sie sich konsequent für eine faire und vollständige Entschädigung ihrer Mandantinnen und Mandanten ein.

Anwaltsbüro Quirmbach & Partner

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