Sven Wilhelmy, Rechtsanwalt

Geschädigte und Schädiger im Arzthaftungsprozess – ein faires Verfahren?

Nach den ersten Monaten als Patientenanwalt sind mir erhebliche Unterschiede bei der Bearbeitung der Arzthaftungsfälle aufgefallen – jeweils abhängig davon, ob die Fälle aus der Perspektive des Patientenanwaltes oder der des gegnerischen Haftpflichtversicherers betrachtet werden. Wie so oft im Leben, hat jede Seite ihre Vor- und Nachteile. Weiterlesen

Melanie Kamper, Rechtsanwältin für Unfallopfer

Ist der Weg von der Arztpraxis zur Arbeitsstätte ein versicherter Wegeunfall?

Viele kennen die Situation: vor der Arbeit noch schnell zum Arzt fahren, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Der Arztbesuch und die damit verbundene Verspätung des Arbeitsbeginns ist mit dem Arbeitgeber abgesprochen. Was aber, wenn auf dem Weg vom Arzt zur Arbeitsstätte ein Unfall passiert, bei dem der Arbeitnehmer so schwer verletzt wird, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden muss – ist das ein sogenannter Wegeunfall, für den die gesetzliche Unfallversicherung eintrittspflichtig ist? Weiterlesen

Referendar Jura

„Ich werde Anwalt“ – Referendar bei Quirmbach und Partner

Mein Name ist Moritz Deiters und ich bin Rechtsreferendar am Landgericht Bonn. Seit nunmehr fast zwei Jahren bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter Teil des Teams im Anwaltsbüro Quirmbach und Partner. In diesen zwei Jahren bekam ich einen tiefen Einblick in die Arbeit der Kanzlei, in das ganz Alltägliche und – vor allem – in das Besondere, was diese Kanzlei ausmacht. Für mich ein Grund, nun einen kleinen Situationsbericht abzugeben. Weiterlesen

Rechtsanwalt Malte Oehlschläger, Fachanwalt für Medizinrecht

Der Arzt im Lichte von Moral und Ethik

Medizin wird seit mehreren Tausend Jahren praktiziert. In welcher Form ist sie von Moral und Ethik beeinflusst? Wo z.B. in Philosophie, Religion, Gesetz oder Rechtsprechung finden sich Hinweise dazu?
Aber zunächst einmal: Was bedeuten eigentlich Moral und Ethik? Weiterlesen

Rechtsanwalt Malte Oehlschläger, Fachanwalt für Medizinrecht

Ärztliche Aufklärung: Woher kommt sie, wohin geht sie?

Wer entscheidet eigentlich (Arzt oder Patient)?

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt; OP oder nicht OP; wenn OP, dann offen oder Schlüsselloch; Bluttransfusion oder nicht? Unsere Großeltern haben diese Entscheidungen noch dem Arzt überlassen. Das ist heute anders. Denn heute wird der Patient über Risiken und Alternativen aufgeklärt, um dann eine freie Entscheidung zu treffen (informierte Einwilligung, informed consent). Weiterlesen

Rechtsanwältin Ines Gläser, Fachanwältin für Medizinrecht

Mithaftung bei deutlicher Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit

Selbst wenn ein Motorradfahrer vorfahrtberechtigt ist, haftet er zu 70 %, wenn er die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschreitet und es zu einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug kommt. Das Oberlandesgericht Hamm hat in seinem Urteil vom 23.02.2016 entschieden, dass eine Haftungsverteilung von 30 % zu 70 % zu Lasten des Motorradfahrers gerechtfertigt ist, wenn dieser die zulässige Höchstgeschwindigkeit in erheblichem Maß überschreitet und es so zum Zusammenstoß mit einem PKW kommt, der aus einer untergeordneten Straße abbiegen will. Weiterlesen

Rechtsanwältin Melanie Kamper

Entwürdigendes Regulierungsverhalten führt zu Erhöhung des Schmerzensgeldes

Nach einem Verkehrsunfall müssen Geschädigte nicht nur lernen, mit den Verletzungen und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen zurechtzukommen, Darüber hinaus müssen sie sich auch mit dem gegnerischen Versicherer wegen der Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche auseinandersetzen. Nicht selten werden sie dabei vom Versicherer gedemütigt: Die Verletzungen und Beeinträchtigungen werden nicht ernst genommen, die Schadensregulierung stagniert, die Nerven liegen blank. Das belastet nicht nur die Psyche, sondern hat auch negative Folgen für die körperliche Genesung. Weiterlesen

Sven Wilhelmy, Rechtsanwalt

80.000 Euro Schmerzensgeld für Sehverschlechterung

Im Mai 2016 hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm einer 19-jährigen Frau für eine Sehverschlechterung ein Schmerzensgeld in Höhe von 80.000 Euro zugesprochen (OLG Hamm, Urteil vom 10.05.2016, Az. 1626 U 107/15).

Das Besondere an dem Urteil ist, dass es sich hier um ein Teilschmerzensgeld handelt. Das OLG Hamm hat hierzu betont, dass es mit dem Schmerzensgeld bewusst nur das Risiko der Erblindung erfasst hat. Die potentielle tatsächliche Erblindung sei noch nicht berücksichtigt, da diese noch nicht sicher absehbar sei. Sollte sie eintreten, wird also noch eine Aufstockung des Schmerzensgeldes in Aussicht gestellt. Weiterlesen

Rechtsanwältin, Irem Scholz, Fachanwältin für Medizinrecht

Schmerzensgeld – Entwicklung der Rechtsprechung in den letzten Jahrzehnten

In den letzten Jahrzehnten ist in der Rechtsprechung die Tendenz zu beobachten, deutlich höhere Schmerzensgelder für Schwerstverletzte auszuurteilen, als dies früher der Fall war. Bis 1992 wurden Schwerstgeschädigte, deren Schädigung mit einer Zerstörung bzw. schweren Beeinträchtigung der Persönlichkeit verbunden war, mit ganz geringfügigen bzw. symbolischen Schmerzensgeldern bedacht. Damals ging die obergerichtliche Rechtsprechung davon aus, dass der Geschädigte aufgrund seiner Beeinträchtigung nicht in der Lage sei, die durch das Schmerzensgeld beabsichtigte Genugtuung zu empfinden. Weiterlesen

Valeska Strunk, Rechtsanwältin

Unfallverursacher haftet für fehlerhafte ärztliche Behandlung

Wird bei einem Verkehrsunfall eine Person verletzt und begibt sie sich daraufhin in ärztliche Behandlung, haftet der Unfallverursacher grundsätzlich auch für Folgen, die aus einem Behandlungsfehler im Zusammenhang mit dieser ärztlichen Behandlung entstehen. Dies bestätigt das Oberlandesgericht München in seinem Urteil vom 21.03.2014 (10 U 3341/13). Weiterlesen