Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt

Der Schädiger haftet auch für psychische Beeinträchtigungen

Opfer von Unfällen oder Behandlungsfehlern erleiden häufig nicht nur körperliche Verletzungen. Der Unfall oder der Behandlungsfehler sind potentiell traumatische Ereignisse, die das Selbst- und Weltverständnis nachhaltig erschüttern können.

Rechtsanwalt Helmut Gräfenstein

Rechtsanwalt Helmut Gräfenstein,

Die Betroffenen sehen sich urplötzlich mit einer Situation konfrontiert, die eine Fülle neuer und ungewohnter Anforderungen und Einschränkungen mitbringt, deren Bewältigung schnell zu einer Überforderung führen kann.
Vor diesem Hintergrund gelingt es den Geschädigten häufig nicht, das schadenstiftende Geschehen angemessen zu bewältigen und zu verarbeiten, so dass in vielen Fällen zu den körperlichen auch noch psychische Beeinträchtigungen hinzukommen. Diese können so gravierend sein, dass sie im schlimmsten Fall sogar zu einer völligen Erwerbsunfähigkeit führen.

Diese Folgen werden von den eintrittspflichtigen Versicherern nur äußert ungern und dann auch sehr eingeschränkt oder auch gar nicht anerkannt.

Der BGH (Bundesgerichtshof) hat in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass auch diese Folgen zu entschädigen sind. Zuletzt hat der BGH mit Urteil vom 13.06.2013 (IX ZR 155/11) erneut auf diese Rechtslage hingewiesen und deutlich gemacht, dass Schadensersatz auch in Fällen einer psychischen Fehlverarbeitung zu leisten ist. Es genügt dafür eine „hinreichende Gewissheit, dass die Folgen ohne den Unfall nicht eingetreten wären“.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt

1 Antwort
  1. Konstanze Quirmbach
    Konstanze Quirmbach says:

    Es ist völlig normal, dass ein schockierendes Ereignis psychisch verkraftet werden muss, bevor Betroffene und auch ihre Angehörigen wieder zurück in ein „normales“ Leben nach dem Schock finden. Das braucht Anpassungsarbeit, es braucht Gespräche, die Mut machen und mögliche Perspektiven aufzeigen. Ein funktionierendes soziales Netz und am meisten die eigene Familie fangen hier sehr viel auf. Neben der Familie sind es professionelle Gespräche mit einem Arzt oder einem Therapeuten, die auf viele Weisen den psychischen Anpassungsprozess sinnvoll unterstützen.
    Konstanze Quirmbach (Gestaltpsychotherapeutin)

    Antworten

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