Deckungssumme überschritten? Versicherungssumme erschöpft?

Vor allem in älteren Schadensfällen kommt es immer wieder vor, dass der Versicherer mitteilt, die Deckungssumme für die Regulierung der Schadenersatzansprüche reiche nicht aus. Das heißt aber nicht, dass der Geschädigte keine weiteren Zahlungen mehr bekommen kann.

Kürzungs- und Verteilungsverfahren

Grundsätzlich ist in solchen Fällen ein sogenanntes Kürzungs- und Verteilungsverfahren durchzuführen, mit dem ermittelt wird, ob und falls ja inwieweit die geltend gemachten Ansprüche gekürzt werden müssen.

Versicherungssumme erschöpft – Versicherer muss dennoch zahlen

Leider gibt es aber auch immer wieder Fälle, in denen der Versicherer mitteilt, dass – gegebenenfalls nach langjähriger Regulierung – die Versicherungssumme nun erschöpft sei und weitere Zahlungen nicht erfolgen können. Das ist nicht richtig, in solchen Fällen muss der Versicherer nach der Rechtsprechung des Bundesgerichthofs (BGH) auf jeden Fall weitere Schadenersatzleistungen erbringen. Das BGH-Urteil vom 10.10.2006 (Az: VI ZR 44/05) besagt, dass ein Versicherer bei Rentenzahlungen die Leistungen nicht ungekürzt bis zur Erschöpfung der Versicherungssumme erbringen und weitere Zahlungen dann einstellen darf .

Wer von der gegnerischen Versicherung die Nachricht erhält, dass keine weiteren Zahlungen erfolgen können, weil die Deckungssumme überschritten oder die Versicherungssumme erschöpft sei, sollte sich das auf gar keinen Fall gefallen lassen. Betroffene sollten sich in diesem Fall an einen spezialisierten Anwalt wenden, der sich mit dieser Materie auskennt.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt

Deckungszusage Fehlanzeige – Die ARAG-Rechtsschutzversicherung lässt ihre Kunden im Stich

Menschen, die sich vertrauensvoll an uns wenden, sind durch einen Unfall oder durch einen ärztlichen Behandlungsfehler schwerstgeschädigt. Viele haben den Weg zum Anwalt nur gewählt, weil sie eine Rechtschutzversicherung haben, die in der Regel die Prozess- und Anwaltskosten übernimmt.

Doch erweist sich diese Annahme für Mandanten, die bei der ARAG rechtsschutzversichert sind,  leider als falsch. Gerade in Fällen, in denen es um sechs- bis siebenstellige Entschädigungssummen geht, lehnt die ARAG Rechtsschutzversicherung die Deckungszusage für die Übernahme der anwaltlichen Kosten und des Gerichtsverfahrens in fast all unseren Fällen mit nicht nachvollziehbaren Begründungen ab. Weiterlesen

Überschreitung der Deckungssumme im Haftpflichtschaden

Gerade bei schweren Personenschäden kommt es immer wieder vor, dass bei der Haftpflichtversicherung des Schädigers die Deckungssumme nicht ausreicht.

Das ist natürlich sehr ärgerlich, weil der Versicherungsnehmer, also der Schädiger, für den Schaden, der die Deckungssumme übersteigt, persönlich eintrittspflichtig ist. Da dies immer noch hohe Beträge sein können, die der Schädiger mangels entsprechendem Vermögen nicht zahlen kann, geht der Geschädigte in solchen Fällen häufig leer aus.

Nominelle Deckungssumme

Es muss deshalb unbedingt bedacht werden, dass die nominelle Deckungssumme grundsätzlich nicht identisch ist mit dem Betrag, den der Versicherer zur Begleichung des Schadens tatsächlich zahlen muss. Der Grund ist, dass aufgrund der Regelungen im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) die in Rentenform geschuldeten Schadenersatzbeträge für die Ermittlung der Deckungssumme lediglich mit ihrem Barwert – einem zum Teil erheblich niedrigeren Betrag – zugrunde zu legen sind. Für den zu leistenden Schadenersatz bedeutet das umgekehrt, dass der Versicherer meistens zum Teil deutlich mehr zahlen muss, als nominell als Versicherungssumme vereinbart wurde. So kann es sein, dass der Versicherer bei einer Versicherungssumme von zum Beispiel 1.000.000,00 € durchaus bis zu mehreren hunderttausend Euro mehr zahlen muss.

Das ist nicht nur für den Geschädigten, sondern auch für den Versicherungsnehmer wichtig, weil er – wenn überhaupt – nur mit einem deutlich niedrigeren Betrag persönlich eintreten muss, als bei Begrenzung der Deckungssumme auf den nominellen Betrag.

Schon aus dieser Kurzdarstellung wird ersichtlich, dass es sich hier um ein ebenso wichtiges wie kompliziertes Thema handelt. Es sollte auf jeden Fall ein spezialisierter Anwalt beauftragt werden, um sicherzustellen, dass der Geschädigte auch tatsächlich die komplette zur Verfügung stehende Versicherungssumme erhält und gleichzeitig der Schädiger persönlich entlastet wird.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger Opfer eines Unfalls oder Behandlungsfehlers wurden, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Unfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Valeska Strunk, Rechtsanwältin,  Irem Scholz, Fachanwältin für Medizinrecht

David gegen Goliath – Schadensregulierung nach einem Unfall

Sie haben unverschuldet einen schweren Unfall erlitten und sind der Meinung, dass die gegnerische Versicherung den entstandenen Schaden unkompliziert und schnell reguliert? Dann unterliegen Sie einem großen Irrtum. Denn auch nach einem völlig unverschuldeten Unfall müssen Sie, wenn es um berechtigte und notwendige Vorschusszahlungen geht, hart um einen gerechten Ausgleich des entstandenen Schadens kämpfen.

Verzögerung der Schadensbearbeitung

Auch wenn der Unfallhergang völlig klar ist, wenn z.B. eine eindeutige Vorfahrtsverletzung vorliegt, wird der gegnerische Versicherer zuerst einmal die Ermittlungsakte einsehen wollen. Das kann dauern, denn die beteiligten Sozialversicherungsträger haben den gleichen Wunsch. Und wenn diese dann noch Regressansprüche bei dem Versicherer geltend machen, spielt die Einsichtnahme in die Ermittlungsakte erneut eine Rolle.
Da der Versicherer die Ermittlungsakte nicht in eigenem Namen bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft anfordern kann, braucht er dafür einen Anwalt. Auch das kostet wieder Zeit.

Für Sie als Geschädigten heißt das: warten, warten, warten. Neben den körperlichen Schmerzen und der Tatsache, dass Sie plötzlich und unerwartet aus der gewohnten Lebensbahn geworfen wurden, entstehen Ihnen bereits jetzt finanzielle Nachteile. Sie müssen sich von Anfang an mit den Ungerechtigkeiten des unverschuldeten Unfalls auseinandersetzen. Nicht jedem Geschädigten gelingt es, dabei sein seelisches Gleichgewicht zu bewahren.

Je höher der Schaden, umso schwieriger die Regulierung

Selbst wenn die Haftung geklärt ist, kommt es in vielen Schadensfällen zu weiteren Verzögerungen. Hier kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schadensbearbeitung durch den Versicherer umso zögerlicher und zeitaufwändiger wird, je höher der Schaden ist. Das alles erinnert an den Kampf David gegen Goliath. Um den durchzustehen, braucht man zum einen gute Nerven und zum anderen die frühzeitige Vertretung durch einen spezialisierten Anwalt. Ihm können Sie die nervenaufreibenden Verhandlungen mit dem Unfallgegner übertragen, sodass Sie wenigstens an dieser Stelle etwas Erleichterung erfahren.

Gerne bieten Versicherer auch schnell einmal Abfindungssummen an, in der Hoffnung, dass Sie sich weitere zeitaufwendige Regulierungen ersparen möchten oder bereits in finanzieller Not sind. Dieser angebotene Abfindungsbetrag entspricht jedoch nicht annähernd den tatsächlichen Gegebenheiten.

Durchhaltevermögen wird belohnt

Selbst wenn die Widerstände noch so groß sind, sollten Sie die Flinte nicht ins Korn werfen und den Weg des geringsten Widerstands gehen, denn das käme nur dem Schädiger bzw. seinem Versicherer zugute.

Wir raten jedem Geschädigten, die nötige Geduld und Ausdauer in der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Versicherung aufzubringen, denn das Durchhaltevermögen wird in der Regel am Ende reich belohnt.

Eleonore Wunder, Rechtsanwältin


Ihre Experten für Schmerzensgeld und Schadensersatz

Wenn auch Sie oder ein Angehöriger durch einen Unfall schwerst geschädigt sind, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, die Ihnen zustehenden Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Folgende Experten für Personenschäden nach einem Unfall stehen Ihnen für eine kompetente Rechtsberatung zur Verfügung:
Melanie Mathis, Fachanwältin für Verkehrsrecht und Partnerin, Eleonore Wunder, Rechtsanwältin, Thomas Gfrörer, Rechtsanwalt

Was für Zeiten….

Da ruht sich ein Rentner, alt und krank, während eines Spaziergangs mit seinem Hund auf einer Bank an einer Bushaltestelle aus, ganze 8 Minuten. Dafür erhält er von der Stadt Düsseldorf einen Bescheid mit einem Verwarnungsgeld über 35 €. Die Begründung: Er habe die Bank zweckentfremdet genutzt.

Kann man das wirklich glauben? Sind das nicht eher Fake News? Bildzeitungsstil?
Doch nein. Die Geschichte ist wahr. So geschehen vor wenigen Tagen in Düsseldorf.
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TATORT – Unmenschliches Regulierungsverhalten von Versicherern

„Zeit ist unsere beste Mitarbeiterin“

Im ARD Tatort „Auge um Auge“ vom 12.11.2017  ging es um das Regulierungsverhalten von Versicherern. Die dahinterstehende Problematik wurde ohne jegliche Übertreibung auf den Punkt gebracht. Ein querschnittsgelähmter selbstständiger Unternehmer wird um seine Berufsunfähigkeitsversicherung betrogen, weil man behauptet, er könne ja schließlich noch arbeiten, er sei zu 100% erwerbsfähig. Nachdem ein Selbstmordversuch gescheitert ist, sagt die Ehefrau das Treffende: „Das wollen die doch nur!“ In der Versicherungssprache heißt dies: „Die natürliche Lösung“. Ein Mitarbeiter trifft den Kern der Sache: „Chefin, Sie wissen doch, Zeit ist unsere beste Mitarbeiterin“. Weiterlesen