„Ich will, dass derjenige, der mir das angetan hat, verklagt wird und seine gerechte Strafe bekommt“, ist ein Satz, der uns in unserer juristischen Praxis sehr häufig begegnet. Gemeint ist damit der Unfallverursacher oder der Arzt, der dem Mandanten einen großen körperlichen Schaden zugefügt hat. Meist raten wir von einem solchen Schritt ab. Denn nach einem Strafprozess mag der Geschädigte zwar die Genugtuung haben, dass der Verursacher für seine Tat bestraft wurde, doch das eigentlich Wichtige ist noch offen: die finanzielle Wiedergutmachung, der Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, der sich zivilrechtlich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ableitet. Weiterlesen

Im Rahmen unserer täglichen Arbeit erleben wir oft Situationen, die für den juristischen Laien schwer nachvollziehbar sind. So kann es vorkommen, dass Gutachter zwar einen Verstoß gegen die Regeln und Standards der medizinischen Wissenschaft (Behandlungsfehler) feststellen, beim Patienten jedoch kein Gesundheitsschaden vorliegt. Oder aber der Gesundheitsschaden, den der Patient beklagt, wurde gar nicht durch den Behandlungsfehler verursacht. Weiterlesen

Ein Behandlungsfehler liegt immer dann vor, wenn ein Arzt gegen die Regeln und Standards der ärztlichen Wissenschaft verstößt oder wenn er einen Eingriff, also eine Operation oder Ähnliches, ohne Einwilligung des Patienten vornimmt. Denn grundsätzlich ist jeder ärztliche Eingriff eine Körperverletzung, die nur deshalb nicht strafbar ist, weil der Patient zuvor in den Eingriff eingewilligt hat. Eine ohne Einwilligung vorgenommene Operation führt – weil rechtswidrig – daher grundsätzlich zum Schadenersatz. Weiterlesen

Am 6.5.2014 berichtete SpiegelOnline über die aktuelle Behandlungsfehler-Statistik des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK): „Verdachtsfälle auf ärztliche Behandlungsfehler nehmen zu“.
Die Informationen und Hinweise in diesem Beitrag sind für den geschädigten Patienten nicht sehr hilfreich und teilweise auch objektiv falsch.

Der Behandlungsfehler ist in dem Artikel zwar richtig dargestellt, allerdings unvollständig und vor allem ist die Schlussfolgerung falsch, dass ein Patient Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld habe, wenn der Arzt ihn falsch behandelt. Richtig ist, dass objektiv ein Fehler vorliegen muss, d.h., ein Verstoß gegen anerkannte Regeln der ärztlichen Kunst. Weiterlesen

Ein Urteil des OLG Hamm vom 09.07.2013 besagt, dass Eltern bei der Totgeburt ihres Kindes nach einem unterlassenen Notfallkaiserschnitt keinen Anspruch auf Schmerzensgeld haben.

Auch ein juristischer Laie stellt beim Lesen dieses Urteils schnell fest, dass der Richterspruch logisch ist, denn wenn das ungeborene Kind bei Einlieferung in die Klinik bereits tot war, hätte auch ein Notfallkaiserschnitt an dieser Tatsache nichts geändert. Weiterlesen

Grundsätzlich verjähren Ansprüche aus einem Behandlungsfehler nach drei Jahren. Im Arzthaftungsrecht gibt es dabei eine Besonderheit zu beachten: Die Verjährung beginnt erst dann zu laufen, wenn der Patient entweder Kenntnis davon hat oder hätte erkennen können, dass ein Behandlungsfehler überhaupt vorliegt. Weiterlesen