Behandlungsfehler - Anwaltsbüro Quirmbach & Partner

In meinem Beitrag „Eine Krähe hackt der anderen doch kein Auge aus“ habe ich mich mit der Behandlungsfehlerstatistik der Schlichtungsstellen der Ärztekammern und des medizinischen Dienstes der Krankenkasse aus dem Jahr 2017 befasst. 2017 haben die Schlichtungsstellen in insgesamt 24,7 % der Fälle und die Gutachter der medizinischen Dienste in 19,9 % der untersuchten Fälle einen Behandlungsfehler festgestellt, der auch zu einem kausalen Gesundheitsschaden geführt hat. Weiterlesen

Den Fall, den das Landgericht Gießen (Urteil vom 06.11.2019, Az. 5 O 376/18) zu entscheiden hatte, kann man dahingehend zusammenfassen, dass ein scheinbar harmloser Nasenbeinbruch, den sich ein 17-jähriger Teenager im Jahr 2013 beim Fußballspielen zugezogen hatte, zu einem dauerhaften und schwerwiegenden Gesundheitsschaden führte.
Die Ärzte des Universitätsklinikums Gießen empfahlen, den Nasenbeinbruch im Rahmen einer gerade einmal 15-minütigen Routineoperation zu behandeln. Bei der Operation kam es jedoch zu einem schwerwiegenden Behandlungsfehler: Dem Gericht zufolge waren die Schläuche beim Beatmungsgerät falsch eingesteckt worden. Hierdurch kam es während der Operation zu einer Sauerstoffunterversorgung und in deren Folge zum Hirnschaden. Weiterlesen

Vor kurzem erschien ein Artikel in der WELT, der die Schwierigkeiten beim Nachweis eines Ärztefehlers anschaulich beschrieb. Der Beitrag endete mit dem Hinweis auf die Forderung einer Überarbeitung des Patientenrechtegesetzes. Dem Inhalt des Beitrags können wir – leider – voll und ganz zustimmen. Tatsächlich stellt es für geschädigte Patienten eine riesengroße Hürde dar, die Voraussetzungen, die der Gesetzgeber an die Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen nach einem Arztfehler knüpft, tatsächlich zu erfüllen. Weiterlesen

Gute Nachrichten aus Karlsruhe: Am 28. Juni 2019 hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden, dass Kliniken bzw. Ärzte auch für die Folgen eines psychologischen Schocks verantwortlich sein können, der durch einen Behandlungsfehler bei nahen Angehörigen ausgelöst wird.

Bisher hatten Angehörige nur in den Fällen des sogenannten Schockschadens einen eigenen Schmerzensgeldanspruch. Voraussetzung dafür war, dass der Patient an den Folgen des Behandlungsfehlers gestorben ist . Zudem musste die Trauer des Angehörigen so stark sein, dass sich daraus eine eigenständige Krankheit entwickelt hat. Weiterlesen

Der Kampf für Menschen, die durch einen Unfall oder Behandlungsfehler schwer verletzt wurden, ist hart, lohnt sich aber fast immer. Rechtsanwalt und Partner Thomas Gfrörer beschreibt die wichtigsten Herausforderungen – und erklärt, warum er nach dem Besuch eines Seminars besser versteht, was die Sachbearbeiter der gegnerischen Versicherung antreibt.

Schwerverletzte sind keine Gegenstände, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Die größte Herausforderung bei der Personenschadensregulierung liegt also schon in der Natur der Sache: Kein Mensch ist wie der andere. Jeder empfindet Schmerzen und Beeinträchtigungen anders, jeder hat eine individuelle Lebenssituation. Bei einem VW Golf weiß man genau, wie viel ein Kotflügel mit Lackierung und Montage kostet. Bei einem schwerstverletzten Menschen müssen wir den Heilungsverlauf abwarten. Weiterlesen

Zu Anfang des Jahres berichteten die Medien von einem 4-jährigen bulgarischen Kind, das in einem Kölner Krankenhaus behandelt wurde und einige Tage später starb.
Die Eltern werfen den Ärzten des Klinikums vor, ein Behandlungsfehler habe den Tod des Kindes verursacht. Berichtet wird, dass die Eltern sich mit ihrem Kind in der Notaufnahme des Krankenhauses vorstellten. Der Arzt vermutete eine harmlose Virusinfektion und schickte die Familie mit dem Rat nach Hause, dem Kind Ibuprofen zu geben, abzuwarten und dann zum Kinderarzt zu gehen. Den Angaben der Eltern zufolge hatte das Kind zu diesem Zeitpunkt bereits 40° Fieber. Weiterlesen

Von einem Geburtsschaden spricht man in der Regel dann, wenn ein Kind durch einen Fehler des Frauenarztes während der Schwangerschaftsvorsorge, durch Fehler von Hebammen oder Ärzten bei der Geburt und der Neugeborenenversorgung gesundheitlich geschädigt zur Welt kommt.
Das greift jedoch zu kurz, denn ein Geburtsschaden liegt auch dann vor, wenn die (werdende) Mutter (mit-)geschädigt wird oder, wenn das Kind zwar gesund zur Welt kommt, die Mutter jedoch wegen Behandlungsfehlern im Rahmen der Schwangerschaftsbetreuung bzw. der Geburt zum Teil schwere Gesundheitsschäden erleidet. Eine mögliche Ursache kann eine fehlerhafte Diagnostik und Therapie von Schwangerschaftserkrankungen sein.
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Nicht oft erlangt der bedauernswert Fall eines geburtsgeschädigten Kindes die gleiche Medienaufmerksamkeit wie ein aktueller Fall, über den SPIEGEL Online berichtete. Ausschlaggebend für die vermeidbar verzögerte Geburt des Kindes, das offenbar im Mutterleib eine Sauerstoffmangelsituation erlitt, die bei früherer Geburt vermeidbar gewesen wäre, war in diesem Fall der Umstand, dass der niedergelassene Gynäkologe klassische Warnzeichen ignoriert hat. Weiterlesen

Soeben erreicht mich eine Einladung zur Pressekonferenz der Bundesärztekammer (BÄK), die sich am 4.4.2018 mit dem oben genannten Thema beschäftigt.
Ich möchte an den Beitrag meines Kollegen Jan Tübben vom 26. Februar 2018 anknüpfen, in dem er ausführlich erläuterte, dass die Zahl der Behandlungsfehler und auch die Zahl der von den Schlichtungsstellen festgestellten Behandlungsfehler keineswegs rückläufig ist, wie dies beispielsweise die Schlichtungsstelle für Thüringen oder die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen in Sachsen behaupten. Weiterlesen

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