Schwerwiegende Folgen einer nicht erkannten Peritonitis
HĂ€ufig vertreten wir Mandanten, die unter den schwerwiegenden Folgen einer nicht oder zu spĂ€t erkannten Peritonitis (BauchfellentzĂŒndung) leiden. Wie kann es dazu kommen? Und was muss bei der Behandlung beachtet werden, um eine BauchfellentzĂŒndung von vornherein zu vermeiden?
Wie kann eine Peritonitis entstehen?
Nach jeder Operation im Bauchraum kann es zu Komplikationen kommen. Die schwerwiegendste und lebensbedrohlichste Komplikation, mit der der Arzt konfrontiert werden kann, ist die Entwicklung einer frĂŒhen Nahtinsuffizienz, d.h. das Aufklaffen der WundrĂ€nder, nachdem die Wunde bereits versorgt wurde. Die frĂŒhe Nahtinsuffizienz tritt in der Regel zwischen dem dritten und fĂŒnften postoperativen Tag auf.
Wird sie zu spĂ€t oder gar nicht erkannt, fĂŒhrt sie durch den Austritt von Darminhalt in den Bauchraum zu einer schweren EntzĂŒndung des Bauchfells, der sogenannten Peritonitis. Diese kann schwerwiegende Folgen fĂŒr lebenswichtige Organe haben.
Wie kann eine Peritonitis vermieden werden?
Um die Entstehung einer BauchfellentzĂŒndung (Peritonitis) von vornherein zu vermeiden, mĂŒssen bei der Behandlung folgende Punkte beachtet werden:
Schon bei dem geringsten Verdacht auf eine sich anbahnende Infektion im Bauchraum nach einer Darmresektion muss unbedingt die Option einer möglichen Nahtinsuffizienz geprĂŒft werden.
Eine sofortige Relaparotomie, d.h. eine erneute operative Eröffnung der Bauchhöhle, muss am dritten, spĂ€testens am fĂŒnften Tag erfolgen.
Jede Verzögerung erhöht die diffuse Ausbreitung der Infektion mit allen Konsequenzen bis hin zum Multiorganversagen.
Wird die Relaparotomie zu spĂ€t durchgefĂŒhrt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient stirbt, extrem hoch.
Behandlungsfehler: Unterlassene Befunderhebung
Erkennt ein Arzt trotz sichtbarer klinischer und laborchemischer VerĂ€nderungen die entzĂŒndlichen Prozesse im Bauchraum nicht oder zu spĂ€t, so ist sein Verhalten als sorgfaltswidrig anzusehen.
Rechtliche Folgen fĂŒr Ărzte
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wertet diese unterlassene Befunderhebung als grob fehlerhaft. In diesem Fall kehrt sich die Beweislast zu Lasten des Arztes um. Das heiĂt, der Arzt muss nachweisen, dass auch bei richtigem Ă€rztlichen Vorgehen die gleichen Folgen eingetreten wĂ€ren oder dass es so gut wie ausgeschlossen ist, dass der Behandlungsfehler zu dem Gesundheitsschaden gefĂŒhrt hat.
Anwaltliche Hilfe bei Verdacht auf Behandlungsfehler
Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler sollte unbedingt ein spezialisierter Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der Interessen beauftragt werden. Er verfĂŒgt ĂŒber die notwendigen juristischen und auch medizinischen Kenntnisse. Er klĂ€rt ĂŒber alle zur VerfĂŒgung stehenden Möglichkeiten auf und kann das fĂŒr den Mandanten optimale Ergebnis erzielen.