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Behandlungsfehler 2013

Im Jahr 2013 haben sich ca. 12.000 Patienten wegen vermuteter Behandlungsfehler an die Ärztekammern gewandt. In ca. 2.200 Fällen wurde, so die aktuellen Statistiken der Ärztekammern, der Behandlungsfehler bestätigt.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat seine Zahlen bereits vor einigen Wochen veröffentlicht und von ca. 14.600 gemeldeten Fällen 3.600 Fälle bestätigt. Dass die Zahlen so unterschiedlich ausfallen, liegt vermutlich daran, dass die Patienten sich lieber an die Krankenkasse statt an den Arzt wenden.

Bildrechte: Halina Zaremba / pixelio.de Pro Jahr gebe es insgesamt rund 40.000 Anträge von Patienten, die einen Fehler vermuten, sagte Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer in Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender der Gutachter- und Schlichterstellen der Ärztekammern. Diese Zahlen seien im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben.

Die Dunkelziffer dürfte nach unserer Einschätzung allerdings weitaus höher liegen, da sich noch immer viele geschädigte Patienten aus den unterschiedlichsten Gründen scheuen, einen Behandlungsfehler anzuzeigen.

Crusius betonte: „Wir Ärzte machen Fehler. Wir sind aber keine Pfuscher“, eine Aussage, der wir uns voll und ganz anschließen. Kein Arzt macht absichtlich einen Fehler, vielmehr sind Ärzte Opfer des Systems. Gründe für Ärztefehler sieht Crusius in der zunehmenden Privatisierung der Krankenhäuser und der damit verbundenen Erhöhung des wirtschaftlichen Drucks. Ein weiterer Grund sei der immense Zeitdruck, denn immer weniger Ärzte müssten immer mehr Patienten behandeln, was zwangsläufig zu Lasten der Qualität gehe.

Auch diesen Aussagen können wir uns voll und ganz anschließen, haben wir doch in der Vergangenheit immer wieder auf die verfehlte Gesundheitspolitik als Ursache hingewiesen, z.B. in den Beiträgen von Rechtsanwalt Martin Quirmbach zu „Ärztepfusch und Patientenrechte“ oder „Patientenrechtegesetz keine Hilfe für die Patienten“.
Wir sehen uns durch die aktuelle Entwicklung in unseren Aussagen bestätigt. Würde der Gesetzgeber für eine patientengerechte Behandlung sorgen und den Arzt nicht zur Fließbandabfertigung zwingen, würde er den Kostendruck nicht ständig erhöhen und dadurch Personalmangel erzeugen, würde die Zahl der Behandlungsfehler radikal sinken.

Nicht zu vergessen auch die immensen Folgekosten für das Sozialsystem: Statt immer mehr Geld aus dem Gesundheitssystem herauszuziehen, sollte die Politik Geld hineinstecken. Das bedeutet zunächst zwar einen hohen finanziellen Aufwand, doch würde sich die Situation relativ schnell deutlich bessern – für die Patienten, für die Gesundheit der Bevölkerung, für die Krankenkassen, die Leistungsträger und auch die Ärzte und das ärztliche Personal, die zum Teil unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten müssen.

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