Neben den körperlichen Folgen von Unfällen oder Behandlungsfehlern spielen die oft damiteinhergehenden psychischen Beeinträchtigungen eine wichtige Rolle. Denn posttraumatische Belastungsstörungen und psychische Fehlverarbeitungen nach Unfällen oder Behandlungsfehlern können die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen oder auch ganz aufheben. Es bestehen daher entsprechende Schadenersatzansprüche gegen den eintrittspflichtigen Versicherer.

Leider tun sich die Versicherer generell sehr schwer, diese psychische Beeinträchtigungen als nachgewiesen und damit schadenersatzpflichtig anzusehen. Dabei sprechen die Statistiken eine deutliche Sprache: So waren z.B. im Jahre 2015 psychische Störungen in 42,9 % der Fälle die Ursache für den erstmaligen Bezug einer Erwerbsunfähigkeitsrente bei der Deutschen Rentenversicherung. Dies ist fast die Hälfte aller Bewilligungen!

Psychische Verletzungsfolgen werden bagatellisiert

Ähnliche Ergebnisse liefern auch die privaten Berufsunfähigkeitsversicherer, bei denen die psychischen Erkrankungen und deren Anerkennung als Ursachen von Berufsunfähigkeit inzwischen deutlich im Vordergrund stehen. Bei nahezu 30 % aller Berufsunfähigkeitsfälle waren psychische Erkrankungen die Ursache.

Natürlich sind bei weitem nicht alle psychischen Erkrankungen, die zu Rentengewährungen führen, unfall- oder behandlungsfehlerbedingt. Meistens beruhen diese auf Stress, Überforderung oder Burnout. Doch psychische Fehlverarbeitungen nach Körperschäden dürfen jedoch auf keinen Fall unterschätzt werden.

Diese Verletzungsfolgen werden von Versicherern leider oft bagatellisiert und/oder als unfallunabhängig abgelehnt. Eine angemessene außergerichtliche Regulierung wird häufig völlig verweigert und es wird auf den Klageweg verwiesen.

Gerichtsprozesse sind langwierig und belastend

Der Gang vor Gericht ist für schwerstgeschädigte Menschen allerdings extrem belastend. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Prozesse, in denen es um die Anerkennung psychischer Schadensfolgen geht, besonders langwierig und sehr nervenaufreibend sind. Die ohnehin bereits vorhandene außergewöhnliche psychische Belastung wird durch das Bestreiten oder Kleinreden durch die Gegenseite nochmals erhöht.

Dennoch: Auf keinen Fall sollten Geschädigte auf diese Ansprüche verzichten. Denn mit entsprechendem Know-how lassen sie sich durchaus durchsetzen – wenn auch leider mit langwierigen Verfahren. Auf jeden Fall sollten Betroffene hier die Unterstützung von spezialisierten Anwälten in Anspruch nehmen.

Helmut Gräfenstein, Rechtsanwalt


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